7 Tage bis zum globalen Klimastreik #KeinGradWeiter

Wir streiken am 25.09.  Aber warum streiken, wenn sich doch nichts bewegt? Ein Beitrag für alle Politik-Frustrierten, Demo-Müden und Die-Hoffnung-Verlierenden. 
Manchmal ist es frustrierend. Die Klimakrise ist überall zu spüren, auch hier in Deutschland – unsere Wälder gehen kaputt, dieses Jahr war vermutlich eines der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, die Landwirtschaft fährt wegen Dürre die dritte unterdurchschnittliche Jahresernte in Folge ein. Deutschland hat seine Klimaziele für das Jahr 2020 verfehlt – das wir vielleicht dennoch die CO2-Reduktionsziele nicht überschreiten liegt nur an der Corona-Pandemie – einer Pandemie, die hunderttausende Menschen das Leben gekostet hat und die uns allen einiges abverlangt hat in den letzten Monaten. Und die Politik? Statt nun zu überlegen, wie wir es schaffen können, eine bessere Zukunft aufzubauen, sprechen alle vom Rückkehr zur „Normalität“, es werden sogar Stimmen laut, die die Aufweichung der Klimaziele fordern. Mitten in der Klimakrise wird mit Datteln IV ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb genommen, obwohl die Wissenschaft bewiesen hat, dass ein Kohleausstieg bis 2030 möglich und nötig ist. Die aktuelle Klimapolitik hat ihren Namen nicht verdient, denn mit ihr überschreiten wir nicht nur eine Erderwärmung von 1,5°C, sondern müssen uns eher auf 3 bis 4°C bis Ende des Jahrhunderts einstellen. 
Wir waren auf den Straßen. Im Juni vor einem Jahr versammelten sich über 40.000 Menschen aus 14 europäischen Ländern in Aachen direkt neben dem rheinischen Braunkohlerevier. Im September waren wir in Deutschland 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen. Im November gingen anlässlich der Klimakonferenz in Madrid allein in Deutschland 630.000 Menschen in über 520 Städten auf die Straßen. Selbst Corona konnte uns nicht stoppen! 87.000 Menschen demonstrierten im April auf kreative Art trotz der Ausgangsbeschränkungen 15.000 Demoschilder wurden vor dem Reichstagsgebäude in der Berlin ausgelegt und wir stellten die größte Online-Demo aller Zeiten auf die Beine Studierende bestreikten ihre Universitäten, Wissenschaftler*innen erklärten unsere Forderungen für berechtigt. Wir haben mehr als klargemacht, dass die Zeit für ambitionierte Klimapolitik gekommen ist. Und die Politik? Verabschiedete ein „Klimapaketchen“,  was bei weitem nicht ausreicht, um die selbstgesteckten CO2-Reduktionsziele zu erreichen, blockiert den Windkraftausbau und verfehlt eine ökologische Verkehrswende um Längen. Manchmal stehen wir da und fragen uns: Was muss noch passieren? Was muss geschehen, bis die Entscheidungstragenden endlich die Ernsthaftigkeit dieser Krise anerkennen und handeln?

Aber wir dürfen und können jetzt nicht den Mut verlieren. Denn wir haben etwas bewegt.
Das zeigt sich an den vielen Millionen Menschen weltweit, die mit uns auf die Straße gehen. An den vielen verschiedenen Gruppen, die mit uns zeigen, dass die Klimakrise eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, wie zum Beispiel den Parents for Future, den Enterpreneurs for Future, Health for Future, den Psychologist for Future… die Liste könnte noch lange fortgesetzt werden. 
Es zeigt sich daran, dass 81% der Menschen in Deutschland der Meinung sind, dass es beim Klimaschutz großen oder sehr großen Handlungsbedarf gibt, und dass Deutschland als Vorreiter vorangehen sollte. 2019 war das Thema Klima das häufigste in den Medien Dieses Jahr wurde wesentlich mehr über Corona berichtet, aber das Bewusstsein, dass die Klimakrise die dringenste und größte Herausforderung unserer Gesellschaft ist, bleibt:  
Erst vor kurzem wurde in Deutschlands größtem Bundesland Nordrhein-Westfalen, in einem der Bundesländer mit dem meisten Kohleabbau, gewählt: Und trotz der Corona-Pandemie war vor allem Klima und Umwelt das Thema, das die Wahl entschied. Mit 32% war es das wichtigste Thema in den Kommunalwahlen. Nächstes Jahr sind Bundestagswahlen – wir werden sie zu Klimawahlen machen!
Und – auch wenn es in ihren Taten noch nicht wirklich zu sehen ist – auch im Bundestag ist das Thema nun ein größeres Thema. Die Zeit hat Plenarprotokolle von 1949 bis 2019 auf den Gebrauch bestimmter Worte analysiert. Es zeigt sich: 2019 wurde „Klima“ häufiger erwähnt als jemals zuvor im Deutschen Bundestag und auch von der Klimakrise sprachen die Abgeordneten, nun wesentlich häufiger als in den vergangenen Jahren. Der Bundestag ist auf einem guten Weg die Realität anzuerkennen.
Wir haben den Wandel in die Köpfe gebracht. Wir haben gemeinsam mit den Scientists for Future und vielen anderen Gruppen gezeigt, dass Veränderung möglich ist und was jetzt getan werden muss. Kein Mensch kann mehr sagen, das Thema sei nicht bewusst gewesen. Nun ist es Zeit zum Handeln. Und das werden wir am 25.09. einfordern.


Und DU machst den Unterschied!


Vielleicht kennst du das Gefühl, dich manchmal so hilflos zu fühlen, angesichts der Zeit, die uns davon rennt und dem Schneckentempo der Politik. Aber Greta war auch nur eine einzige Person, als sie ihren Schulstreik begonnen hat und daraus ist eine Bewegung entstanden. Die Harvard-Forscher Nicholas A. Christakis und James H. Fowler haben mehrere Langzeitstudien mit großen Gruppe durchgeführt und zeigten auf: Unser Verhalten beeinflusst Menschen in unserem Umfeld über zwei bis drei Verbindungen hinweg: Also wenn du zum Klimastreik gehst und erzählst das deinem Freund, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nicht nur dein Freund zum Klimastreik geht, sondern auch seine Oma und wiederum deren Freundin. 
Und du bist nicht allein. Wir alle sind diejenigen, die Veränderung bewirken, gemeinsam mit Klimaaktivist*innen rund um die Welt. Deshalb: Wir sehen uns am 25.09. auf den Straßen!

Demo-Tipp

Gemeinsam streiken macht mehr Spaß! Mach deine Freund*innen, Familie und Verwandte auf den globalen Streiktag aufmerksam und frag sie doch einfach, ob sie Lust haben, gemeinsam mit dir zu streiken. Das erhöht nicht nur die Wirkung des Streiks, sondern macht auch noch mehr Spaß. Ihr wollt nicht nur Streiken sondern mehr tun? Meldet euch bei eurer lokalen Ortsgruppe und bietet eure Hilfe als Ordner*innen, Spendensammler*innen oder Aufbauhelfer*innen an. Die Plattform Help for Future pflanzt übrigens für jede zehnte Person, die sich über ihr Formular als Helfer*in für die Streiks meldet, einen Baum in Nicaragua in einem Projekt, dass die lokale Bevölkerung unterstützt. Also tragt euch in das Formular ein: fffutu.re/5000fuersKlima 

Ein Kommentar zu „7 Tage bis zum globalen Klimastreik #KeinGradWeiter

  1. Es ist eine SCHANDE für ALLE POLITIKER, dass demonstriert werden muss! Es wäre doch mal schön, wenn die Regierungen jetzt handeln, so dass der Streik ausfallen könnte.
    Peinlich dass Ihr Spenden einsammeln müsst, während hochbezahlte Politiker Steuergelder verschwenden.
    …. – ich komme so richtig in Fahrt! Schreibe lieber nicht, was ich noch denke.

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