Statement zur Siemens-Entscheidung

Die heutige Entscheidung macht die Bestrebungen von Kaeser, den Siemens-Konzern zukunftsgerichtet wirken zu lassen, vollständig zunichte. Mit dem “Ja” zum katastrophalsten Kohleminen-Projekt der Welt tritt Kaeser die nachhaltigen Bestrebungen seines Unternehmens für ein Volumen von nur 20 Millionen Euro in die Tonne. In Zeiten der Klimakrise müssen gerade auch Konzerne Wort einhalten und ihre Versprechen zum Klimaschutz einhalten. Dazu gehört eben auch, sich nicht am Bau eines Wahnsinns-Projekts zu beteiligen, das im Alleingang das weltweite 1,5-Grad-Ziel gefährdet. Mit Fridays For Future werden wir hierzu auch auf der Aktionärsversammlung von Siemens Anfang Februar sprechen und weiterhin gegen die Entscheidung protestieren.

11 Kommentare zu „Statement zur Siemens-Entscheidung

  1. Die Grossen Konzerne haben keinerlei Interesse am Klimaschutz.

    Zitat aus

    https://www.sueddeutsche.de/politik/petersburger-klimadialog-angela-merkel-uebt-sich-in-selbstkritik-1.4022664

    „Auf Angela Merkel ist wirklich Verlass. Einmal im Jahr, mag die Innenpolitik noch so turbulent sein, hält sie sich den einen Termin frei: Beim Petersberger Klimadialog hat sie noch nie gefehlt. Immerhin hatte sie das Treffen selbst mit aus der Taufe gehoben, nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen 2009. Seither redet sie Jahr um Jahr vor den gut 35 Ministern und Klimadiplomaten aus aller Welt.
    Sie hat dort schon flammende Reden gegen die Erderwärmung gehalten, aber auch, 2013, schon eingeräumt,

    dass sich in der EU echter Klimaschutz nicht „gegen die geballte deutsche Wirtschaft“ durchsetzen lässt.“

    Das zeigt wer bei uns die Macht hat.

    Siehe auch:

    Süddeutschen Zeitung vom 19. Sept 2018: „So wollen Lobbyisten strengere Klimaziele verhindern“ Siehe: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-lobby-klimaziele-1.4134469

    1. Zum einen helfen Verschwörungstheorien nicht weiter. Desweiteren ist die Welt komplexer, als man oftmals denkt. Und zum Schluss sind Aussagen mit „immer“ „keinerlei“ fragwürdig. Was ist schon „immer“, was ist schon „nie“? Wirklich ALLE großen Konzerne? Nur eine einzige Ausnahme widerlegt deine Annahme!

      Auch im Kampf gegen Populismus und populistischen Parteien, die Komplexität bewusst reduzieren, falsche Verallgemeinerungen propagieren und damit Bürger in die Irre führen, sollte FFF diesem Fehler nicht erliegen. Denn dann wäre FFF schnell im Bereich des Populismus. Und das wäre echt schlecht.

  2. Eine weitere Bemerkung zu meinem Kommentar die grossen Konzerne haben keinerlei Interesse am Klimaschutz.
    Wenn ich mir die Verflechtung von Politik und Großkonzernen ansehe bekommen ich furchtbar Angst und habe starke Ohmachtsgefühle.
    Ich denke es ist an der Zeit über weitere Protestformen nachzudenken.
    Beispiel Hungerstreiks, oder auch Schulstreik am Donnerstag. Donnerstag könnte der Tag werden, an dem die Aktivisten auf die Strasse gehen und die Mitbürger über den Klimawandel und den Lobbyismus aufklären.

    Der Fall Siemens ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Zukunft wegen des Profits kaputtgemacht wird!

  3. Siemens ist ein typischer Vertreter und Akteur der Globalisierung, die uns immer noch als heilige Kuh des Wachstums vorgeführt wird. Inzwischen weiß so ziemlich jeder, das es sich um die globale Form der rücksichtslosen Ausbeutung von Natur und Mensch handelt. Dem Shareholder Value wird alles untergeordnet. Es ist wichtig, dass fff den Raubbau an der Natur ebenso thematisiert und bekämpft, wie den Raubbau an deren Teil: Mensch und Tier. Diese sind für die Akteure der Globalisierung auch nur ein Rohstoff bzw. Teil der Spekulation auf Gewinn. Z.B. ist Formulierung Human Kapital an Zynismus nicht zu überbieten aber leider genauso treffend. Das UNICEF-FOTO DES JAHRES zeigt die ganze Tragweite.

    Danke, Luisa Neubauer, dass du dich dem Versuch von Hr. Käser widersetz hast, dich als Umweltmaskottchen von Siemens zu benutzen!

  4. „…Die Herstellung von Energie aus fossilen Energieträgern führt zu Umweltbelastungen durch CO2-Emissionen und anderen Luftschadstoffen, wie Feinstaub und Stickoxiden…“
    (https://new.siemens.com/global/de/unternehmen/nachhaltigkeit/ressourcenschutz.html)

    Noch Fragen?
    Stellt noch irgendjemand die Seriösität von Kaeser in Frage?
    Zweifelt irgendjemand noch an dem größtmöglichen Heuchler Kaeser???

    Ich habe nur noch Verachtung für diesen Typen übrig.

  5. Liebe Mitdtreiterinnen und Mitstreiter der Fridays for future-Bewegung!
    Von der Siemens-Entscheidung zur Unterstützung des Kohleminen-Projekts könnt Ihr (können wir alle) u.a lernen, dass unsere primären Adressaten für unsere Anliegen die Politikerinnen und Politiker sind.
    Natürlich ist es gut und bemerkenswert, dass sich Siemens zumindest rechtfertigen muss, auch wenn das klimapolitisch erst mal gar nichts Positiver bringt. Auch große Firmen und Global Player müssen in den Transformationen hin zu einer nichtfossilen und gerechten Gesellschaft einen wesentlichen Beitrag leisten.
    Aber letztlich muss die Politik die Rahmenbedingungen setzen, in denen wirtschaftliches Handlen so erfolgt, dass es nicht unsere Lebensgrundlagen zerstört. Wir haben uns zu sehr an den Eindruck gewöhnt, dass Wirtschaft (oder die Banken, die Börse oder wer auch immer) im Lande das sagen hat. Und wahrscheinlich ist dieser Eindruck nicht falsch und wir Bürger legitimieren mit vielen täglichen Entscheidungen und Handlungen diesen angeblichen Vorrang von Wirtschaftsinteressen.
    Dabei wissen wir, dass die Politik die Interessen der Menschen, der Gemeinschaft und ihrer Mitwelt zu vertreten hat. Und wir müssen die gewählten Verteter und Vertreterinnen regelmäßig daran erinnern, ihnen immer wieder auf die Füsse treten. Mit Streiks, Aktionen und was auch immer demokratisch möglich ist.
    Und wir müssen uns selbst bewegen. Raus aus der Lethargie, der Gewohnheit und den Routinen, in denen wir uns zu sehr eingerichtet haben.
    Also machen wir der Politik weiter Beine!
    Beste Grüße
    Uwe aus Leipzig

  6. Auf den gestrigen Spontandemos – dickes Lob für die Organisatoren, die zur Vorbereitung teilweise die Nacht durchgemacht haben! – wurde es in einigen Reden auf den Punkt gebracht: Es ist das System selbst, das die Probleme mit sich bringt. In einer Konkurrenzwirtschaft muss einer besser sein wollen als der andere. Ginge es dabei nur um gute, zukunftssichernde Ideen, wäre die Welt deutlich erfreulicher als sie ist. Aber ‚besser‘ heißt leider fast nur ‚mehr Gewinne‘. Es geht immer nur um Geld.

    Darin besteht die Krankheit des Systems, aus der ein einzelner Vorstandsvorsitzender uns nur schlecht befreien kann. Es ist Aufgabe der Politik, das System menschenfreundlicher zu machen. Dazu aber braucht es helle Köpfe und starken Willen – und sicher nicht Angst, nicht wiedergewählt zu werden! Mit der aktuellen Politikerriege geht nichts voran, und mit denen, die sich als ’stark‘ aufplustern erst recht nicht.

    ‚Stärke‘ heißt nicht, sich mit Sprüchen hervorzutun oder für die eigene Partei zu kämpfen, sondern die Besten der Besten zusammenrufen und an einem neuen, gemeinwohlorientierten Konzept zu arbeiten. Jahrzehnte haben wir in diesem Sinne schon verloren, so dass die Zeit nun sehr drängt. Das ist wohl kaum die Schuld derer, die darauf hinweisen.

    Versäumen wir nun diese allerletzte Chance, wird es auf der Erde ganz allmählich höllisch. Nehmen wir das bitte bitterernst, denn genau das ist es!

    LG Armin

  7. @Luisa, danke für deine Entscheidung gegen den Siemens-Aufsichtsrats-Posten. FFF Aktivisten sind nicht käuflich :-))))))) Macht weiter so. Für euch und meine Kinder und Enkelkinder !!!!
    Liebe Grüsse
    Walter (Jg. 49)

    1. Dem schließe ich mich ausdrücklich an, Luisa! Damit hast Du bewiesen, dass Du charakterlich auf einer Ebene stehst mit Greta und Carola. Alle Drei (und noch viel mehr, auch wenn die meisten nicht so bekannt sind) stehen für faires, umweltschonendes, rettendes Miteinander und sind nicht korrupt!

      Vorbildliche Menschen, finde ich!

      Daran kann auch das Nuhr-Geschwafel nichts ändern. Der Typ hat zum Beispiel empfohlen, wenn Luisa heißen Asphalt fürchtet, solle sie Schuhe in Erwägung ziehen, eine Erfindung, die vor sehr langer Zeit irgendwo gemacht worden wäre, wo es damals schon heißer gewesen sei, als es bei uns jemals werden könne.

      Wenn einer angesichts des ganz realen, hochgefährlichen Klimadramas so etwas von sich gibt, kriege ich nur noch Mitleid, ganz egal, ob er sonst oft recht hat oder witzig ist.

      Bleibe unbeirrt auf Kurs, Luisa, und alle von FFF ebenso!

      LG Armin

  8. Siemens drohen bei einer einseitigen Kündigung des Vertrags hohe Schadensersatzforderungen.
    Ein Vorstand kann sich damit schnell unbegrenzte persönliche Haftung und sogar den
    Vorwurf der strafrechtlichen Untreue einhandeln. Da gibt es keine Entscheidungsfreiheit. Auf Untreue stehen bis zu fünf Jahre Haft.

    Wo sind weitere Hebel, um Co2 massiv einzusparen?

    Mit dem provokanten Slogan „Denkt nach, bevor ihr Danke sagt“ hat der britische Energieversorger Ovo Energy vor einigen Wochen für Aufsehen gesorgt. Die Botschaft: Würde jeder Erwachsene in Großbritannien täglich eine Dankes-E-Mail weniger verschicken, könne man jährlich mehr als 16.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen. Eine bittere Nachricht für alle, die nur höflich sein wollen.

    Hinter dem Aufruf stecken die Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Konzerns. Demnach treiben auch unnötig verschickte E-Mails den Klimawandel voran. Allein in Großbritannien seien es täglich mehr als 64 Millionen Dankesbotschaften, auf die man verzichten könne, so die Hochrechnung.

    Mit dem Verzicht auf nur eine Dankes-Mail pro Tag ließe sich pro Jahr ein nennenswerter CO2-Ausstoß vermeiden, legt die Studie nahe: eine Menge nämlich, die dem Streichen von 80.000 Flügen von London nach Madrid entspreche oder der Entscheidung, 3300 Dieselautos von den Straßen zu nehmen.

    Weltweit gesehen, wäre das ein massiver Hebel, um CO2 einzusparen. Und es sind nicht nur die E-Mails, sondern auch Instagram, SnapChat, Facebook.

    Wir müssen unser digitales Verhalten massiv ändern !!!
    Diese Forderung fehlt mir bei FFF.

  9. Hallo zusammen
    Ich bin jetzt fast 60 und habe in der Vergangenheit sicher auch Fehler gemacht. Als ich von dem Angebot von Siemens an Luisa gehört habe ist mir fast vor Schreck das Herz stehen geblieben.
    Ich habe mich leider erst seit Greta für das Klima Interesiert und fange an mein Leben umzukrämpeln. Ich selber habe in meinem Beruf schon so manche Angebote bekommen. Und ich finde es schmutzig das so ein Angebot von einem Erfahrenen Siemens Chef an eine 23 Jährige gemacht wird. Ich wäre wahrscheinlich mit 23 darauf reingefallen und hätte die ganze FfF Bewegung damit an die Wand gefahren.
    Hut ab Luisa und vielen Dank

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