Woche 17/18/2020: Zwischen Abwrackprämie, Klimadialog und Earth-Overshoot-Day

Was ist in der Woche vom 20. April bis zum 03. Mai passiert? Nils fasst es für euch zusammen!

🚗 Bundestagspräsident Schäuble gegen Abwrackprämien!

In einem Zeitungsinterview sagte Schäuble, dass er sich wünscht, dass wir aus der Corona Krise eine Chance machen, indem wir in eine klimafreundliche Wirtschaft einsteigen. „Hoffentlich werden uns nicht wieder nur Abwrackprämien einfallen, die es der Industrie ermöglichen, weiter zu machen wie bisher“, sagte Schäuble. Aus der Corona-Pandemie sollten Konsequenzen gezogen werden, welche sich auf die sozialpolitische und wirtschaftliche Politik auswirken sollen. Die Pandemie soll als Chance gesehen werden die Wirtschaftsweise klimafreundlich zu gestalten. Denn nicht nur die Pandemie sei ein Problem, sondern auch „der Klimawandel, der Verlust an Artenvielfalt; all die Schäden, die wir Menschen und vor allem wir Europäer durch Übermaß der Natur antun“, so Schäuble.

🗨 Petersberger Klimadialog

Dieses Jahr fand der Petersberger Klimadialog das erste Mal online per Videokonferenz statt. „Die Europäische Kommission hat uns mit dem Green Deal den Weg gezeigt. Europa soll bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden. Wir wissen, dass das ein langer Weg ist. Deshalb begrüße ich den Vorschlag des Zwischenziels für die EU bis 2030, die Emissionen um 50 bis 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.“ Mit diesen Worten beendete Bundeskanzlerin Angela Merkel den diesjährigen Dialog. Hiermit stellt sich Merkel hinter das Ziel, das schon im EU-Parlament diskutiert wurde.UN-Generalsekretär António Guterres sagte, dass Wirtschaftshilfen nicht mehr in „veraltete, schmutzige, CO2-intensive Industrien verschwendet werden [dürfen]“. Das Geld sollte für grüne Jobs, welche zur CO2 Minderung beitragen, ausgegeben werden. Umso absurder finden wir es, dass in Deutschland wieder über Abwrackprämien diskutiert wird. 

⛑ Help4Future ist online! – was!?

Help for Future ist eine non-profit Plattform für Aktive und Unterstützer*innen der for Future-Bewegung, die sich engagieren und gezielt helfen wollen. Mit der Plattform wollen wir die Organisation für Gruppen vereinfachen und die Einstiegshürde zum Mithelfen senken. Initiiert ist Help for Future von dem gemeinnützigen Verein Together for Future. Schaut doch mal auf ihrer Website vorbei!

👩‍🔬 Leopoldina-Institut über Corona-Pandemie

Am 13. April veröffentlichte die Leopoldina-Akademie ihre Stellungnahme zur Coronakrise. Ein zentraler Bestandteil dieser Stellungnahme: Klimaschutz! Sie fordern konkrete Klimaschutz-Maßnahmen, unter anderem eine Berücksichtigungpreisung von fossilem CO2 und eine konsequente Mobilitäts- und Landwirtschaftswende.

Merkel betonte vor der Veröffentlichung, dass ihr die Empfehlungen der Leopoldina sehr wichtig sein.Aber wie ernst wird die Bundesregierung die Stellungnahme wirklich nehmen? Für eine erfolgreiche Bekämpfung beider Krisen müssen wir jetzt auf die Wissenschaft hören und die Weichen für eine klimagerechte Zukunft stellen! 

🌍 Earth-Overshoot-Day am 03.05.2020

Dieser Tag sagt aus, wann wir unsere Ressourcen, welche uns für dieses Jahr zustehen, aufgebraucht haben. Jedes Jahr rückt dieser Tag näher an den Jahresanfang, was bedeutet, dass unser Konsum immer weiter steigt. Jedoch steigt unser Konsum ab diesem Tag auf die Kosten der nächsten Generationen, das heißt alle Ressourcen, die uns bis zum 31.12. zu Verfügung stehen, um nachhaltig mit unserem Planeten umzugehen und den Kreislauf nicht zu stören, haben wir bereits am 03.05.2020 verschwendet!

Deutschland liegt damit sehr weit vorne, doch das bedeutet nicht dass das nicht tragisch ist, weil andere Länder es besser machen, denn: Der weltweite Earth Overshoot Day liegt Ende Juli! Dann leben wir global immer noch fast das halbe Jahr auf Kosten unserer Kinder. Das ist weder gerecht, sozial oder fair. Wir fordern Klimagerechtigkeit und Solidarität mit den Menschen, die zukünftig auf diesem verdreckten Planeten leben wollen!

2 Kommentare zu „Woche 17/18/2020: Zwischen Abwrackprämie, Klimadialog und Earth-Overshoot-Day

  1. 13. Mai 2020
    Liebe engagierte junge Leute von Fridays for Future,
    wo stünden wir heute, wenn es Greta und Euch in den Vorjahren nicht gegeben hätte ? Die Lage wäre völlig düster und perspektivlos. Alle wollten nur noch verzweifelt zum vermeintlich wohligen Zustand vor Corona zurück. – Durch Euren Elan und die kreative Standhaftigkeit wissen wir nun, wohin wir auf keinen Fall zurück wollen. Um es positiv zu sagen: zu Artenvielfalt, unverbauter Natur, Natur und Klima schonender Mobilität, nachhaltiger Energiegewinnung, Ressourcenschonung und fairem Wirtschaft mit bislang ausgebeuteten Ländern. – Ihr habt so viele Impulse gesetzt, die den Älteren nur ganz privat in den Sinn kamen und dadurch schnell verpufften oder vermeintlichen Sachzwängen geopfert wurden. – Ich hoffe sehr, dass Leute wie die Bundeskanzlerin, Finanzminister Scholz oder Herr Schäuble zu ihren Worten und Gedanken stehen, wenn z.B. die Autoindustrie, die für soviel Landschaftszerstörung und Verkehrstote verantwortlich ist, mit ihrem Arbeitsplatz-Holzhammer auf die Politik eindrischt und wahllos Zuschüsse verlangt …
    Ich als deutlich Älterer werde Euch weiterhin unterstützen
    Axel Strutz

  2. Goethe meinte: „Ein Mensch, wie stolz das klingt.“ Ich bin mit meine 68 Jahren nicht mehr stolz auf meine Spezies. Wenn es nicht gelingt dem Kapital Leitplanken zur Erhaltung einer Erde mit lebensfreundlichen Bedingungen anzulegen, dann werden wir Menschen diesen Planeten mit den für uns nötigen einzigartigen Eigenschaften verlieren. – Wovon kaum gesprochen wird ist die neu angefachte Gefahr eines Krieges mit Waffenarsenalen, gegen die die damals kriegsunwichtigen US-Bomben auf Hiroschima und Nagasaki mit ihren furchtbaren Vernichtungen eher als Kleinkram erscheinen müssen. Ich sehe die USA-gesteuerte NATO nicht als Friedensfaktor sondern als Bedrohung. Die Rüstungskonzerne können wieder nicht genug Profit bekommen und beeinflussen (nicht allein) die Parlamente, die Außenpolitik, die Propaganda für ein Feindbild der Bevölkerung. Entspannungspolitik, Vertrauensbildung, Abrüstungsbemühungen, Handel nach fairen Regeln, Völkerverständigung, Gleichwertigkeit und Solidarität der Völker sind für diese Kräfte keine Vorteilsbringer. – Und welche Rolle spielt das neue „Großdeutschland“? 2019 Rüstungssteigerung um ca. 10%. Wir diskutieren ob der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus eher ein Tag der Niederlage oder ein Feiertag für uns ist. Eine Bundestags-Petition zur Bestrafung von Kriegsvorbereitung und Völkerverhetzung wurde mir mit gesalbten Worten abgelehnt.
    Unter anderem hätte ich keine Belege für meine Behauptungen beigefügt, z. B. dass die ehem. Sowjetvölker im 2. WK die höchsten Opferzahlen erlitten. Die russischen Soldaten sind längst in Ihr Land zurückgekehrt, Russland hat Rüstungsausgaben in der Größenordnung von Indien aber die NATO möchte Russland offenbar mit seinem Militär zum Vasallen machen. – Doch eher wird es aus Versehen oder Überfall absolute Vernichtung geben. Wenden wir uns zum Schutz des Lebens gegen US-Atombomben, die von deutschen Piloten über Russland abgeworfen werden sollen, ziehen wir die deutschen Soldaten nach Deutschland zurück. Wer meint, dass Russland aggressiv sei, der sehe sich die politische Weltkarte von 1946 und 2020 sowie Material über ausländische Militärbasen und Flugzeugträger an und lese über die Kriege und Kriegsverbrechen nach 1945. Das Militär ist mit Sicherheit schon zu Friedenszeiten ein kaum zu toppender Klimakiller. – Schützt Eure Köpfe vor der gigantischen Propaganda des Pentagons, der NATO. Lest parallel mal von denen, die angeblich eure Feinde sein sollen und gegen die die deutsche Jugend sich wieder fit für einen Krieg machen soll. Das 1,5 °C – Ziel müssen wir für einen lebensfreundlichen Planeten erreichen, doch eine Eiszeit nach atomarem Inferno benötigen wir dazu wirklich nicht. Wer für das Leben ist, der muss jetzt seine Stimme erheben. – Kann sein, dass sonst bald ein Algorithmus und Weltraumwaffen ohne Vorwarnzeit statt Politik oder Militärs von irgendwem unsere Zukunft begraben.

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