Woche 38/2019 – How dare you?

Was für eine turbulente Woche vom 16.-22.09.! Vera fasst sie zusammen

💥 Globaler Klimastreik

Wahnsinn! Am 20.09 war unser groß angekündigter internationaler Streik – mit vollem Erfolg. Alleine in Deutschland haben unglaubliche 1,4 Millionen Menschen demonstriert. Weltweit waren es viel mehr als vier Millionen Menschen, die für ihre Zukunft und die der folgenden Generationen auf die Straße gingen. Genaueres zu diesem historischen Tag erfahrt ihr hier in einem gesonderten Bericht.

😤 #NotMyKlimapaket

Dieser Hashtag ist in den letzten Tagen zahlreich in den sozialen Medien zu finden. Er bezieht sich auf das am 20.09 vom Klimakabinett vorgeschlagene sogenannte „Klimapaket“. Die darin geforderten Maßnahmen sind sehr unmotiviert und lange nicht ausreichend, um das 1,5°-Ziel zu erreichen und damit das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. So wird zum Beispiel statt der von uns und der Wissenschaft geforderten CO2-Steuer von 180 Euro/Tonne erst 2021 mit einer Bepreisung von zehn Euro/Tonne begonnen. Wichtig zu wissen ist es aber, dass dieser Vorschlag des Klimakabinetts noch im Bundesrat bestätigt werden muss. Deshalb ist es jetzt um so wichtiger, auf die Straßen zu gehen und das zu verhindern!

📺 Fernsehen ist wichtig für die Revolution!

In der Talkshow Hart aber fair dreht sich mal wieder alles um das Thema „Klima“. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), dem SPDler Matthias Miersch, der Journalistin und Buchautorin Petra Pinzler und dem Volkswirtschaftler Daniel Stelter diskutierte die Fridays for Future-Aktivistin Leonie Bremer dort über den Klimawandel und seine Folgen. „Am Ende geht es um die Lebensgrundlage von allen“, erklärt Leonie dort. „Und darum, dass die jungen Generationen nicht den Schaden der jetzigen Generation tragen müssen“, fügte sie hinzu.

🌍 #week4CLIMATE

Am 21.09 startete die week4CLIMATE. Diese beinhaltet unterschiedliche kreative Aktionen und Demonstrationen über die ganze Woche verteilt. Unter dem Motto „Sieben Tage, sieben Themen, ein Ziel: Die Rettung der Erde“ finden in dieser Woche jeden Tag und zu jedem Thema eine oder mehrere Fokusdemos in unterschiedlichen Städten statt. Enden wird diese Streikwoche am 27.09 in vielen Städten mit dem großen earth strike. Mehr Infos findet ihr hier auf unserer Website.

How dare you?

Vom 21.-23.09. fand in New York (USA) der UN Klimagipfel statt. Die Staats- und Regierungsoberhäupter vieler Länder trafen sich dort, um über die Klimakrise zu beratschlagen. Zum Auftakt der Klimakonferenz  hielt auch Greta Thunberg eine sehr emotionale Rede. „Menschen leiden, Menschen sterben, ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum.“, klagt sie an und beendet ihrer sehr, sehr sehens- und hörenswerten Rede mit der Frage: „Wie konntet ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten?“.
Bald danach stellt die „Klimakanzlerin“ Angela Merkel das Klimapaket ihrer Kommission als großen Erfolg dar und erklärt scheinheilig: „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört“

17 Kommentare zu „Woche 38/2019 – How dare you?

  1. BITTE weiter SOOOOO! Dran bleiben! Solange auf die Strasse gehen, bis sofort die wichtigen Schritte erfolgen und nicht erst Schritte die 2030 Wirkung zeigen, denn dann ist es zu spät! Die MIT-Hauptverantwortlichen, die Automobilindustrie und Landwirtschaft wurden in dem „Schummelpaket“ der Regierung so gut wie nicht berücksichtigt.
    Die Regierung glaubt, die Bürger für „dumm“ halten zu können. Anders kann man deren Schritte, die sie angeblich in tage- und nächtelangen Verhandlungen erzielt hat, nicht bezeichnen. Nein, jetzt erst Recht solange, weiterhin zivilen Ungehorsam demonstrieren!
    Es muss auch mal erwähnt werden, das nicht in Vergessenheit geraten ist, dass nach 30 Jahren Wiedervereinigung immer noch wöchentlich, regelmässig Bonner Politiker nach Berlin fliegen und das auf Kosten der Steuerzahler! Vom Bürger wird aber verlangt, dahin umzuziehen wo es Jobs gibt!

  2. Liebe Klimaaktivistinnen und Aktivisten,

    wenn es um Lebensgrundlagen geht, müssen weltweit alle Staaten dafür sorgen damit lebensfreundliche Energiegewinnungssysteme, neue ökologisch wertvolle Häuser und auch Transportsysteme entwickelt werden.
    Liebe Greta und Ihr alle: “ Ihr alle, Ich wünsche Euch viel Kraft zum Durchhalten.

    Wenn ich mir unsere Welt und die führenden Staaten weltweit anschaue, sehe ich komplett schwarz, weil: die Steuerung der Wirtschaft und der Profite, die erwirtschaftet werden über ein fast ausschließlich amoralisches System gesteuert werden: Börsen weltweit.

    Kein Politiker auf dieser Welt wird sich trauen diese Rahmenbedingungen ethisch verantwortlich oder moralisch nicht verwerflich zu gestalten. Gerade wird in Chile, Bolivien und Argentinien für unsere batteriebetriebene Klimamobilität und saubere Luft die Lebensgrundlage von 150 000 Menschen zerstört.

    Politik wird immer im Interesse von Konznen handeln, damit wir Konsumenten abhängig von dem von ihnen implementierten Wirtschaftssystem bleiben. Die Steuerung dieses Systems läuft über Profite und nicht über Ethik und Moral.

    Erst wenn dieses Steuerungssystem weltweit verändert wird und wir wirklich unsere nächsten liebend, überall in der Welt und in Ökosystemen lebend anders motiviert handeln, nämlich verantwortlich, dann kann ich nicht mehr verzweifelt, verärgert und deprimiert wie Greta sein.

    Lasst euch nicht irritieren durch das Gelaber, wie Medien darauf reagieren und bleibt stark!

    Alles Gute!

    Roland Andreas Richter

  3. Ich bin eine Großmutter – mit nicht soo viel Futur.
    Und ich würde gerne eine Idee formulieren:
    Anstelle von Bepreisung könnte man mit Kontingenten pro Kopf oder Haushalt Einsparungen erreichen.
    Kontingente für
    Stromverbrauch
    Gas
    Treibstoff
    Flugkilometer ….

    Zugegeben: Etwas visionär!
    Aber es braucht Utopien, Visionen und Mut!
    Sonst wir das Nix!

  4. Wir waren gerade in Niederbayern im Urlaub und sind am 20.9. mit dem Bus nach Passau zur Demo gefahren. 5.000 Menschen, darunter Bischof Oster (der dafür öffentlich sehr zurecht gewiesen wurde von der JU!) ,Wissenschaftler usw. Großartig zu erleben, wie auch Alte und Ältere sich leidenschaftlich beteiligten.
    Unserer Regierung muss ihr vorgestelltes Klimapaket deutlich nachbessern – dafür gehen wir weiter auf die Strasse!
    Waltraud

  5. Es ist immer wieder ungeheuerlich, mit welcher Scheinheiligkeit und Unverschämtheit sich DIE Politiker, die per Amtseid verpflichtet sind, sich für das Wohl der Bürger einzusetzen, und die ja meist selber Kinder und Enkel haben, sich darüber hinwegsetzen. Ja manche drehen den Spiess um, als sei es Aufgabe der Jugend, konkrete Lösungen vorzuschlagen.
    Die Wissenschaftler, die seit Jahrzehnten die Fakten zu Verfügung stellen, werden kaum noch gefragt – sie neigen aber auch dazu, sich vornehm zurück zu halten. Ohne FFF hätten sie sich kaum öffentlich gezeigt.
    Es scheint, die Politiker leiden unter einem massiven Realitätsverlust, so als könnten/wollten sie die unabweisbaren Konsequenzen ihres Nicht-Handelns gar nicht wahrnehmen – oder als wollten sie gerade noch ein paar Jahre von dem Wirtschaftswachstum profitieren, dass doch bereits spürbar nachlässt.
    Die Wirtschaftskrise wird unvermeidlich kommen, dies System ist nicht zukunftstauglich. Und statt Rezension und Wachstumsrückgang zu beklagen, gilt es, nüchtern nach Alternativen zu sehen, welche die Krise abfedern könnten.
    Die Pollitiker scheinen aber so systemfixiert zu sein, dass sie zu einem Wandel gar nicht in der Lage sind.
    In „Zukunft für alle – statt kurzer Profit für wenige“ habe ich versucht diese Verwirrung und die Notwendigkeit eines Bewusstseinswandels zu begründen. Dann erscheint auch der unabweisbare Verzicht auf Konsum als eine Befreiung aus einer unbewussten Konsumabhängigkeit.
    Ero Langlotz

  6. Es gab mal einen „Generationenvertrag“, die nachfolgende Generation sollte die Rente der Alten bezahlen. Vielleicht sollte die junge Generation den Vetrag kündigen: das Geld reicht nicht für die Rente – sie müssen das verbockte Klimapaket bezahlen

    1. Ich bin auf diese Kündigung vorbereitet und heisse sie gut. Eine Jugend, die demonstrieren und kämpfen muss, kann nicht auch noch die Rente für meine Generation erarbeiten müssen. Als ich jung war, hatte der Tag auch nur 24 Stunden. Das ist heute nicht anders. Man muss Prioritäten setzen!

  7. Großer Dank für euer organisatorisches und motivierende Engagement. Das macht mir neuen Mut!
    Schon in meiner Jugend habe ich als Künstler gegen AKWs und Wachstumswahnsinn agiert, protestiert und demonstriert. Wir wurden beschimpft und kriminalisiert.
    Und ich bin für meine Enkelkinder auch jetzt wieder dabei.
    Euer
    Mausini

  8. Ich danke euch für das Engagement und die kreativen Aktionen mit denen ihr die Menschen aufrüttelt
    Mit meinen 53 Jahren gehöre ich zur älteren Generation. Seit längerem schon kann ich nachts oft nicht schlafen, weil ich mir grosse Sorgen um die Entwicklung unseres Planeten und die Zukunft mache. Ihr macht mir jedoch Mut und ich merke, dass immer mehr Leute kapieren was auf dem Spiel steht. Ich kämpfe mit und steh an eurer Seite und mein Mann ist auch dabei. Der Druck auf die Politiker steigt und das ist gut.

  9. Ja, Ihr macht das richtig, lasst euch nicht einlullen! Der Prozess wurde von Euch gerade noch zur rechten Zeit begonnen. Lasst Euch nicht aufhalten und gebt diesen Impuls immer auf’s neue an die kommenden Jahrgänge weiter, weil sonst die Luft dafür aus geht.

    Alle Räder stehen still, wenn die Jugend es nur will !

    Ihr habt die richtigen Fragen gestellt, stellt weiter nur Fragen und lasst Euch nicht auf das Antworten-Glatteis ein. Die Antworten müssen die Verantwortlichen der Gesellschaft liefern, denn Sie haben diesen Zustand im Interesse/Auftrag des Kapital’s herbeigeführt.

    Fragt mal nach dem CO²-Anteil den der Militärisch Industrieelle Komplex in den letzten 150 Jahren und derzeitig zu verantworten hat.

    Ungeheure Potenziale und Milliarden stehen für Millitär/Rüstung bereit, statt für das Klima!

    Dieser Widerspruch muss aufgelöst werden, dass schafft nur Ihr, die Jugend!

    Ihr seid wunderbar und Ihr werdet es schaffen!

    Ich bin auf Eure Seite!

  10. Liebe FFF! !
    Absolut super und soo notwendig eure Arbeit und die Informationen und Aktionen! !
    Zum Glück unterstützen euch mittlerweile viele Bündnisse .
    Ich helfe über die Parents for future, deren Aktiven immer mehr werden. ..
    Weiter so !! Alles Gute und viele Grüße , auch an das Newsletter Team!
    Horst Hillen

  11. Ich denke, wir sollten dringend eine Petition starten gegen dieses sog. Klimapaket, mit konkreten Forderungen, was stattdessen darin stehen sollte!
    Mit Millionen Unterschriften würde dies wohl zusätzlichen Druck ausüben!

  12. Zu Altmaier: In die Enge getrieben, verwies er auf die Möglichkeit Energie aus den Wüsten zu importieren. Das Projekt, besonders von der Münchner Rück vorangetrieben, Möglichkeiten des effizienten Stromtransports aus diesen Regionen zu erkunden, würde vor Jahren eingestellt. Keiner der Diskutieren konnte seinen Illusionen etwas entgegen halten. How dare you? Wäre ich Cdu-anhänger, würde ich ihn mit dem Interview des ZDF mit Klaus Töpfer antworten: „Das Abwarten bis der letzte mitgeht führt nur dazu, dass man nicht handelt.“ (Töpfer war Umweltminister, Erfinder der Zertifikate).
    Zum Schaden der jungen Generation durch die Alte:
    Blendet euch nicht aus. An einem Grossteil der Hälfte des CO2 Ausstosses seit Anfang des 20. Jahrhunderts wart ihr auch Teilnehmer und Nutznießer, denn die erfolgte seit 1990. Für eure Pampers zum Beispiel wurden die Korkwälder in Portugal durch Eukaluptus ersetzt. Das mit der Schuld ist ein heikles Thema, das Finden von Schuldigen noch mehr und es hilft noch nicht mal weiter. Mit der Natur kann man nicht diskutieren und sie kennt weder Schuld noch Schuldige. Besser aus dem Vergangenen Lehren ziehen und so viel wie möglich heilen, als wem auch immer die Vergangenheit anzurechnen, sofern er umzukehren bereit ist (Das ist übrigens der Wortsinn der Katastrophe).
    Die Schuldzuweisung je Generation respektiert nicht alle die Menschen, die seit Jahren dieselben Ziele verfolgen wie die FFF.
    Noch ein Nachtrag bezüglich Trumps Rede in der UNO. Er konstruierte einen Widerspruch zwischen Globalisierern und Nationalen und stellte sich auf die nationale Seite. Der Klimawandel ist eine weltweite Krise; kein Wunder, dass Trump den Klimawandel leugnet. Das ist er sich aus ideologischen Gründen schuldig. Es gibt die Politiker, die sich nicht bewegen und die Lügner aus nationalen Gründen.

  13. Liebe Klima-Kämpfer!
    Die rasante Entwicklung der Widerstandsbewegung gegen die Passivität und Korruptheit der Politik, ihrer Politiker und dieses Gesellschaftssystems ist höchst ermutigend. Und ich hoffe, dass der Druck aus der Bevölkerung weltweit weiter zunimmt.
    Dazu sollten auch von der FfF-Bewegung in Deutschland breitere Schichten, in angemessenem Stil, angesprochen werden. MIt der Losung „How dare you?“ (Wie traust Du Dich?), zum Beispiel, die dann im Text nicht übersetzt wird, sprecht ihr aber vor allem Bildungsbürger an, die in irgend einer Form Zugang zu eurer Sprache haben.
    Es gilt aber noch mehr Bevölkerungsschichten zu informieren und zu mobilisieren. – Gut, dass jetzt auch verschiedene Gewerkschaften sich mit der FfF-Bewegung solidarisieren und aktiv an den Freitagskundgebungen teilnehmen.

  14. Das beste am üblen Klimapaket der Bundesregierung ist die Bereitschaft zum Monitoring. Keine Ziele je Ministerium zu veröffentlichen ist schon eine Missachtung des Parlaments und der Öffentlichkeit. Jährlich zu überprüfen, ist diletantistisch. Ein Controller in der Wirtschaft riskierte bei solchem Vorgehen seinen Job.

  15. Nach den Streiks vom 27. mussten einige bemitleidenswerte Journalisten schreiben: „Deutlich weniger als vergangene Woche!“. Das ist genauso blöd wie beim Sport „NUR Zweite(r) geworden!“ von sich zu geben. Und überhaupt: Denken diese Leute ernsthaft, man könnte jeden Freitag Millionen mobilisieren? ALLE, sowohl die SchülerInnen und StudentInnen mit ihrer Doppelbelastung durch gewissenhaftes Nachlernen und intensives FFF-Engagement, als auch die weiteren zeitweiligen TeilnehmerInnen haben nebenher auch noch sehr viele andere Dinge zu tun. Versucht also nicht, einen Trend in die Streikendenzahlen hinein zu interpretieren.

    FFF ist stärker als je zuvor. Das misst sich keineswegs an diesen Zahlen, sondern an der Entschlossenheit. Die ist noch einmal gewaltig gewachsen, nachdem wir erkennen mussten wie wenig wir von der Politik erwarten dürfen!

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