Hamburg

Unsere Rückkehr auf die Straße – Back to school strike!


Datum und UhrzeitInfos zur Demo oder Aktion
03.09. 16:00 UhrVerkehrswende (Elbpromenade vor der Brücke 1)
04.09. 18:00 UhrPODIUMSDISKUSSION mit Katharina Beck (B’90/Grüne) – Infos direkt unter der Übersicht
05.09. 18:00 UhrPODIUMSDISKUSSION mit Christoph Ploß (CDU) – Infos direkt unter der Übersicht
Die Zeit zu handeln ist jetzt!
10.09.Alle Parteien und ihre Pläne
17.09.Unsere Verantwortung als Wähler:innen

Globaler Klimastreik am 24.09.

Hier kannst Du Dich als Zuschauer:in für unsere Podiumsdiskussionen mit den Hamburger Spitzenkandidat:innen anmelden
oder Dir den Live-Stream auf YouTube ansehen.

Wir brauchen Deine Unterstützung, damit der nächste Globale Klimastreik richtig fett wird! Du kannst Dich als Ordner:in, Spendensammler:in oder Sanitäter:in bei uns ins Formular eintragen und uns somit auf der Demo riesig unterstützen! Du kannst natürlich auch einfach so vorbei kommen. Wir freuen uns auf Dich!

Hamburg for Future sagt Moin!



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Du bist Mutter*, Vater*, Psycholog:in, Ärzt:in, Wissenschaftler:in, Unternehmer:in, Landwirt:in, Architekt:in oder fühlst dich einer anderen gesellschaftlichen Gruppe zugehörig? Und DU möchtest Dich einbringen – klicke hier!

Highlights

Hamburgs neuer Schriftzug

Die Klimakrise als Gerechtigkeits-, Freiheits-, Wirtschafts-, Sicherheits- und zukunftbedrohendste Krise unserer Zeit kann nur gemeinschaftlich angegangen und gelöst werden. Für diese Vision brauchen wir gesamtgesellschaftliche Bündnisse, die unsere Vielfalt abbilden und gemeinsam für klimagerechte Lösungen kämpfen. Dabei bedeutet Klimagerechtigkeit nicht nur eine CO2-neutrale Erde, sondern auch das Auflösen von rassistischen, patriarchalen und durch und durch ungerechten Strukturen, die uns in diese größte Krise der Menschheit geführt haben. Lasst uns gemeinsam einen neuen, klimagerechten Weg gestalten! Deswegen zeigen wir gemeinsam: »Wir alle kämpfen für 1,5°C«!
Von #MakeItStay zu #MadeItStay!

Was wir fordern

Pressekonferenz: Die Klimakrise ist hier und jetzt

Am Freitag den 23.07. haben wir hier in Hamburg eine Pressekonferenz zu dem Thema Klimafolgen veranstaltet. Mit dabei waren Annika Rittmann (Sprecherin FFF), Claudia Kemfert (Ökonomin), Carl-Friedrich Schleussner (Klimawissenschaftler), Jonas und Julia Wischnewski (von FFF Bonn und selbst Betroffene von der Flutkatastrophe). Moderiert wurde von Luisa Neubauer. Thematisch ging es insbesondere um die Ereignisse der letzten Woche, die Zusammenhänge zwischen der Klimakrise und der Wetterextreme und was die Politik nun machen muss. Die Teilnehmenden fanden die richtigen Worte um die Politik, Wissenschaft und das Geschehene zu beschreiben. Die Verzweiflung über das Nichthandeln und wieso wir nun konsequenten Klimaschutz brauchen.

Das Letzte, was einem noch Halt gegeben hat, war die Hand vor dir, Julia Wischnewski

Dass es schneller gehen soll, hören wir inzwischen seit Jahren. Da frage ich mich:
Hat diese Katastrophe, hat dieses Versprechen überhaupt irgendwas verändert, Jonas Wischnewski

Die menschengemachte Erderwärmung trägt ohne Zweifel zur Schwere
des Flutereignisses bei, Carl Friedrich Schleussner

Jeden Euro, den wir jetzt in Klimaschutz investieren, sparen wir an 15 Euro,
den wir für Klimaschäden ausgeben müssten, Claudia Kemfert

Und jetzt ist die Zeit des Handelns, es ist die Zeit, in der wir entscheiden können,
wer dieses Land die kommenden vier Jahre regieren wird, Annika Rittmann

Gesundheit braucht Klimaschutz – Rede von Health for Future am 23.07.

Hallo Hamburg,
ich bin Jon und Aktivist bei Health for Future, einem breiten Bündnis aus dem Gesundheitswesen, welches sich – der Name verrät es – mit dem Klima aus medizinischer Perspektive beschäftigt. Schon häufiger in den letzten Jahren standen wir hier, bei Vorträgen, in Interviews, Podcasts, oder in der akademischen Lehre, um darüber zu berichten, was die Klimakrise für die menschliche Gesundheit bedeutet. Wieso selbst bei gesunden Menschen ab gewissen Temperaturen Schwitzen nicht mehr ausreicht, um uns adäquat zu kühlen, und Hitze tödlich wird. Wie Luftverschmutzung mit Herzinfarkten und Schlaganfällen zusammenhängt. Wie Trinkwasser- und Nahrungsmittelsicherheit durch die Klimakrise herausgefordert wird. Warum wir uns durch Umweltveränderungen auf neue Infektionserkrankungen vorbereiten müssen. Und, welche psychische Belastungen mit Extremereignissen und einer destabilisierten Umwelt einhergehen. Darüber aufzuklären haben wir als eine Kernverantwortung der Menschen im Gesundheitssystem gesehen. Als Menschen, die sich aufhalten zwischen Lancet-Studien, IPCC-Berichten und alltäglicher Patientenversorgung. (Oder, in meinem Fall, auf dem Weg dorthin.) Aus dieser speziellen Perspektive heraus wollten wir die Erkenntnisse über die Gesundheitsfolgen heraustragen. Jetzt übernehmen das die Nachrichten ganz von alleine. Leider viel greifbarer, viel realer, und viel näher, als wir das können und wollen. Es ist nunmal so: Wenn wir zu lange warten, klärt die Klimakrise ganz von selbst über sich auf; Gesundheitsfolgen werden ganz von selbst spürbar. Aber wir dürfen nicht warten.

Gerade gestern habe ich einen Bericht von einer ärztlichen Kollegin gehört, aus der Region der Extremwetterereignisse. Neben den persönlichen Schicksalen, die für mich schwer vorstellbar sind, ist eines einmal mehr klar geworden: Selbst in einem Land wie Deutschland, wo uns der medizinischen Versorgung sehr sicher fühlen können, ist diese nicht unverwundbar, nicht immun gegen eine destabilisierte Umwelt. Es hilft nicht, wenn Ärzte:innen die besten Praxen der Welt führen, wenn diese Praxis von einem auf den anderen Tag einfach nicht mehr da steht, wo sie gestern noch war. Aktuell sind knapp 100 Praxen und Apotheken in Westdeutschland nicht versorgungsbereit. Dank schneller, und häufig auch ehrenamtlicher Hilfe von Engagierten, können wir die medizinische Versorgung großenteils aufrechterhalten. Dank diesen Helfenden können wir kompensieren. Aber erleben wir dadurch auch, wie aufwendig, anstrengend und entbehrungsvoll eben dieses „Kompensieren“ ist. Und dass es großer Anstrengung bedarf, medizinische Versorgung zu sichern, wenn wir uns dabei nicht auf eine stabile Umwelt verlassen können. In all unserer „Fortschrittlichkeit“, von der wir in der Medizin sicher massiv profitieren, wäre es falsch zu vergessen, wie sehr unsere Gesundheit von der Umwelt abhängt. Wir können uns damit aufhalten, zu diskutieren, ob das eine jetzt „Wetter“ oder „Klima“ ist; wir können uns damit aufhalten, zu diskutieren, ob der andere Sommer mit Hitzetoten, Ernteausfällen und Trinkwasserknappheit ein „Einzelfall“ ist oder sich in ein gewisses Gesamtbild einfügt; wir können uns mit der Frage aufhalten, ob man besser jetzt oder später über Konsequenzen aus gewissen Ereignissen spricht. Aber wenn wir bei all dem ausblenden, dass wir aus der Klimaforschung seit Jahren übereinstimmende Erkenntnisse haben, die genau in diese Richtung deuten… wenn wir das ausblenden, wenn wir die Bedeutung für die Zukunft nicht anerkennen, dann riskieren wir Menschenleben. Und auf dem Weg dahin viele weitere Gesundheitseinschränkungen. Auch hier bei uns in Deutschland. Fridays for Future motiviert zum Glück längst generationenübergreifend. Aus der Generation meiner Eltern höre ich häufig ein durchaus ehrenwertes Argument: Für die Generationen nach ihnen, für ihre Kinder. Wenn ich an meine Eltern denke, weiß ich aber auch: Ich tue das auch für sie. Denn, wenn wir uns die Gesundheitsfolgen anschauen, sind es eben gerade ältere Personen, die zu allererst betroffen sind. Sei es die limitierte Fähigkeit, mit Hitzestress umzugehen; sei es das durch Klimakrise und Luftverschmutzung messbar erhöhte Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle; sei es der Verlust von Lebenswerken und Lebensgrundlagen durch Extremwetterereignisse. Alt werden in einer durch die Klimakrise geprägten Welt ist nicht das alt werden, was wir uns wünschen. Und es muss auch nicht das sein, was wir erwarten, zumindest noch nicht. Wir alle haben Familie, Freunde, Bekannte, Mitmenschen, von denen wir nicht möchten, dass sie von Klimafolgeschäden in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden. Wir selbst vermutlich auch nicht. Aber: Wenn es stimmt, dass es uns Menschen einfacher fällt, auf das zu reagieren, was uns konkret vor Augen geführt wird, dann haben wir jetzt eine Chance. Wenn es stimmt, dass Transformation dann stattfindet, wenn wir merken, dass es so nicht weitergehen darf, dann haben wir jetzt eine Chance. Wenn es stimmt, das etwas unsere eigene Gesundheit betreffen muss, damit wir handeln, dann haben wir jetzt eine Chance. Und wenn das hohe Gut „Gesundheit“ ein Motivator für nahezu jedes gesellschaftliche Spektrum ist, dann haben wir jetzt eine Chance. Denn was die Nachrichtenlage gerade nicht transportiert, ist, wie schön wir es haben könnten. Dass Klimaschutz nicht nur der Weg ist, der uns erlaubt, unseren gesundheitlichen Wohlstand zu erhalten. Sondern der Weg, der ihn erhöht. Und das quasi gratis. Die meisten Maßnahmen, die wir für Klimaschutz ergreifen, verbessern gleichzeitig unsere Gesundheit. Wir können eine Menge Leben retten, wenn wir Volkskrankheiten wir Typ-2-Diabetes, Herzinfarkte und Schlaganfälle reduzieren. Das ist exakt das, was wir erreichen, wenn wir unsere Städte besser auf ÖPNV und Fahrradverkehr ausrichten. Unsere Gesundheitskosten lassen sich massiv reduzieren, wenn sich die Gesellschaft gesünder ernährt. Und fast immer ist eine gesündere Ernährung auch eine emissionsärmere Ernährung: Zum Beispiel im Rahmen der Planetary Health Diet. Wenn wir Stress reduzieren, erreichen wir viel für unsere Gesundheit. Und, da die Klimakrise die Welt nicht gerade entspannter machen wird, nochmal umso mehr. Der Erhalt und die Ausweitung von Natur und Grünflächen trägt maßgeblich zur Stressreduktion bei.

Bei all dem Genannten sprechen wir von sogenannten Co-Benefits. All-inclusive gratis Vorteile des Klimaschutzes. Und davon gibt es so viele, dass eine im Lancet erschienene Studie schreibt, dass wir in Deutschland jährlich 150.000 frühzeitige Todesfälle verhindern können, wenn wir Paris umsetzen. Der „Health in all climate policies“-Ansatz besagt sogar, dass Klimaschutz umso besser funktioniert, wenn wir in Klima-Maßnahmen die Optimierung der Gesundheit immer einbeziehen. Gleiches gilt anders herum. Wenn wir es mit dem Schutz der Gesundheit ernst meinen, dann müssen wir es auch mit dem Klimaschutz ernst meinen. Sehr ernst. Ich sehe es als unsere Pflicht, genau das zu vermitteln. Allen Gesellschaftsgruppen. Allen Parteien. Denn Gesundheit ist ein hohes Gut, ein unfassbar großer Motivator. Und Gesundheit braucht Klimaschutz. Vielen Dank.

Redebeitrag zur FFF-Demo „Klimakrise ist jetzt!“; Jon von Stritzky (H4F/Klimavisite)

Genau wegen dieser Tage ändert man die Politik – Rede von Fridays for Future Hamburg am 23.07.

Bevor ich mit meiner Rede beginne, möchten wir gerne eine Schweigeminute einlegen für die Menschen, die während der aktuellen Flutkatastrophe in NRW, Rheinland-Pfalz und den Benelux-Staaten um ihre Existenzen bangen müssen, für alle, die Angehörige verloren haben oder noch vermissen, und für alle, die das Hochwasser nicht überlebt haben. (Schweigeminute)

Vielleicht kommt euch dieser Satz bekannt vor: „Entschuldigung junge Frau, weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik.“ Diesen Satz hat Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der Union, letzte Woche entgegnet auf die Frage, ob die Flutkatastrophe in NRW und RLP nicht einen Wendepunkt, einen Weckruf in der Bekämpfung der Klimakrise darstellen sollte. „Weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik.“ Wenn ich diesen Satz höre, dann schäme ich mich. Ich schäme mich fremd für die Verantwortlichen in diesem Land. Ich schäme mich dafür, dass sich hier angemaßt wird, das Leid von tausenden Menschen dermaßen unter den Tisch fallen zu lassen.

Im Klartext heißt das nämlich Folgendes:
Nur weil Menschen ihr Zuhause verloren haben, ändert man nicht die Politik.
Nur weil Menschen um ihre Existenzen bangen müssen, ändert man nicht die Politik.
Nur weil unzählige Menschen vermisst werden, nur weil über Einhundert Menschen gestorben sind, ändert man nicht die Politik.
Solche Schicksale stehen in vielen anderen Regionen auf dieser Welt schon seit Jahren auf der Tagesordnung, nun haben sie uns auch hier in Deutschland erreicht. Und obwohl die Folgen der Klimakrise uns inzwischen hautnah betreffen, weigern sich die Verantwortlichen, die nötigen Schlüsse daraus zu ziehen. Das ist inakzeptabel, hier muss gehandelt werden!!

Ich schäme mich dafür, dass nach Jahrzehnten voller wissenschaftlicher Erkenntnisse und nach bald drei Jahren, die wir nun schon auf die Straße gehen, das Thema Klimakrise immer noch nicht verstanden wurde: Die Klimakrise macht sich nicht nur „an so einem Tag“ bemerkbar. Nein, die Folgen der Klimakrise zerstören täglich in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt Lebensgrundlagen. Allein die Ereignisse der letzten Wochen sollten hier ein Wink mit dem Zaunpfahl, wenn nicht gar mit dem ganzen Zaun sein: NRW, Rheinland-Pfalz und den Benelux-Staaten werden überflutet. In Kalifornien brennen die Wälder bei 50 Grad Celsius. Der Amazonas-Regenwald stößt inzwischen mehr CO2 aus, als er aufnehmen kann, und unsere fossile Energiegewinnung bringt das Meer in Mexiko zum Brennen.

Klimafolgen wie diese kommen alles andere als aus dem Nichts, sondern sind seit Jahren und Jahrzehnten deutlich sichtbar. Wer sich jetzt plötzlich über „so einen Tag“ wundert, und dann nicht mal die Politik ändern möchte, der verschließt nicht nur die Augen vor der Realität, sondern scheint sich diese Augen aktiv aus dem Kopf genommen zu haben. Diese Politiker:innen haben den Bezug zur Realität verloren. Ich bin Luke von Fridays For Future, und ich fordere von den Verantwortlichen in diesem Land und auf dieser Erde: Hört auf, die Realität der Vergangenheit zu leugnen und gesteht euch ein, dass ihr Fehler begangen habt, die die Klimakrise befeuert haben. Hört auf, die Augen vor der Realität unserer Gegenwart zu verschließen und realisiert die Folgen eurer bereits spürbaren Taten. Fangt an, die Realität unserer Zukunft so zu gestalten, dass diese Zukunft für uns alle lebenswert bleibt. Und das sollte nicht irgendwann geschehen, wenn es noch schlimmer geworden ist als ohnehin schon, sondern das muss jetzt passieren!

Genau wegen Katastrophen-Tagen wie diesen ändert man die Politik. Jeder Tag, an dem die Klimakrise weiter so behandelt wird wie bisher, ist ein Tag, wegen dem man die Politik ändern muss. Im Klartext: Die Politik ist dazu aufgefordert, endlich ihren Arsch hochzukriegen!

Redebeitrag zur FFF-Demo „Klimakrise ist jetzt!“; Luke Mundt (FFF Hamburg)

Ich habe Hoffnung – Rede von FuturZwei am 13.08. zum Tag der ZUKUNFTSVISIONEN

Hallo Hamburg!
Danke das ihr alle gekommen seid! – es ist unglaublich, wie viele wir sind!

Ich habe Hoffnung.
Ich bin heute angereist aus Berlin und spreche zu euch als Vertreterin der Stiftung Futurzwei. FUTURZWEI – was ist das nochmal? Irgendwas mit Zeit. Irgendwas mit Zukunft. Ja genau! Und für alle, bei denen der Deutschunterricht gefühlt auch so lange her ist wie bei mir – passt jetzt gut auf:

Für welche Welt werden wir gekämpft haben?
Was werden wir bewegt haben?
Wie werden wir die Klimaziele erreicht haben?
Wie werden wir unsere Gesellschaft transformiert haben?
Das sind die Fragen, die wir uns schon heute stellen sollten!

Vor ein paar Tagen ist der IPCC-Bericht herausgekommen und eines steht fest: Wir müssen jetzt etwas verändern, wenn wir die Erderwärmung bei 1,5 Grad halten wollen. Es ist noch nicht entschieden! Wer das abstreitet, gibt damit nicht nur den einzigen Planeten auf, den die Menschheit bewohnen kann, sondern auch unsere Zukunft und die der nächsten Generationen.

Ich habe Hoffnung.
Denn unsere Zukunft wird nicht allein von der Politik entschieden, sondern entsteht im gesellschaftlichen Zusammenspiel unser aller Handeln. Ja, wir Jungen kritisieren zu Recht die Handlungsunfähigkeit der Erwachsenen und stellen Forderungen an die Politik. Das ist wichtig. Doch wir sollten dem Versagen auch etwas Konkretes entgegenstellen. Wir sollten eine Vorstellung davon haben, wie die Zukunft aussehen könnte … Es wird nicht eine gemeinsame Utopie von uns allen sein, aber viele Utopien, die zusammen ein großes vielfältiges Zukunftsbild malen/zeichnen/ergeben. Ein Bild aus vielen Visionen, einer ökologischeren-sozialeren Zukunft. Wir brauchen solche Visionen, um den Protest bis zur Bundestagswahl durchzuhalten.

Wir brauchen Antworten.
Antworten darauf,  in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben wollen. Ich mache heute mal den Anfang: Ich habe diesen Traum. Ich bin 70 Jahre alt und wenn ich den Kindern in meiner Wohngemeinschaft aus meiner Jugend erzähle, können sie es nicht fassen. Sie können es nicht fassen, dass die Menschheit noch vor 50 Jahren Energie durch das Verbrennen schmutziger Kohle und Erdöl erzeugte, tonnenweise Plastik produzierte, um es nach einmaligem Verwenden in die Meere zu kippen, Tiere in riesigen Massenkäfigen quälte, um sie danach zu essen, das Gemüse auf den Feldern mit Giften bespritzte und den Regenwald brandrodete. „Warum?“, fragen sie, „Warum bloß, es wäre doch auch anders gegangen?“ Heute im Jahr 2071 erzeugt jedes Haus seine eigene Energie durch Solaranlagen auf dem Dach, Wir heizen mit Erdwärmepumpen. Und statt der Autoparkplätze sind die Fahrradstraßen unserer Stadt von blühenden Gemeinschaftsgärten der Nachbarschaft gesäumt.

Ich habe diesen Traum …,
dass jeder Grund und Boden der Allgemeinheit gehört, und sich immer mehr Menschen zu Wohngemeinschaften allen Alters zusammenschließen. Dass Bürger*innen direkt mitentscheiden, was für ihren Kiez gut ist … Dass wir unser Essen auf regionalen, ökologischen Wochenmärkten kaufen, statt es um die halbe Welt fliegen zu lassen. Dass alle Tiere ein Recht auf ein schönes unversehrtes Leben haben und nicht nur die Hunde und Katzen! Dass Wälder überall auf der Welt aufgeforstet werden, statt sie für riesige Plantagen abzuholzen.

Ich habe den Traum…,
Dass die Luft in den Straßen mit Kinderstimmen und Vogelgezwitscher erfüllt ist, statt mit Autolärm und Schadstoffen.
Dass es solidarische Unterkünfte gibt, in denen jeder ein Zuhause findet und niemand mehr auf der Straße schlafen muss. Dass sich in den Bezirken Arbeitskreise gründen, die den Bedürftigen helfen und ihre Ressourcen und ihr Wissen teilen. Dass ich meine Haushalts- und Technikgeräte einfach im nächsten Repaircafe reparieren kann, statt sie wegzuschmeißen und neue zu kaufen. Und vor allem dass unser Allgemeinwohl – das aller Menschen, und nicht nur hier bei uns im globalen Norden – immer vor Profite der Unternehmen gestellt wird.

Das ist mein Traum.
Ist er utopisch? Unrealistisch? Nein.
Nichts davon, was ich gesagt habe, ist neu,
nichts davon muss noch erfunden werden.
Das ist ja das Phantastische: Die Welt von morgen wird bereits heute gemacht.
Die Transformation hat schon lange begonnen. Die Welt von morgen wird heute von uns Menschen bestimmt, Menschen, die eine Vorstellung davon haben, wie ein gutes Zusammenleben aussehen könnte, das nicht mehr auf Kosten des Planeten geht. Es sind Menschen, die es auch hier in Hamburg gibt.

Sie haben einen Traum!
Zum Beispiel Mutter und die Öko Melkburen träumen von einer nachhaltigen Lösung gegen den Verpackungsmüll und haben darin bereits eine unbehandelte tierfreundliche regionale Bio-Milch zugänglich gemacht. Die Menschen von Hanseatische Materialverwaltung machen solidarische Wiederverwertung und nachhaltige Materialkreisläufe möglich. Und die Regionalwert AG (Hamburg) vernetzt Konsumenten und regionalen kleinen Lebensmittelbetriebe und unterstützt so und soziale-ökologische Produzenten statt konventionellen Monopolkonzernen. Und es gibt noch so viele mehr, denen wir uns anschließen können, oder es Ihnen einfach gleich tun und selbst eine Initiative starten!

Aber wie erreichen wir unsere Zukunftsvisionen?
Wir sind mit FFF seit zweieinhalb Jahren in der ganzen Welt auf die Straße gegangen und haben damit die Welt wach gerüttelt. Wie haben wir das geschafft? Jetzt alle einmal die Hände frei machen und die nächstbeste Hand neben dir greifen – dabei könnt ihr auch ganz wunderbar euren Abstand überprüfen – also haben alle eine andere Hand gefunden, ohne dass jemand alleine bleibt? Und jetzt alle nach geschlossenen Hände nach oben! Seht ihr das!?

Das ist wie wir unsere Ziele erreichen – Gemeinsam!
Und wenn ihr später auf dem Rückweg seid, fragt doch mal einen Menschen, egal ob neben euch in der Bahn, eure Freund*innen oder Eltern, „Was sind deine Zukunftsträume? In welcher Welt möchtest du leben?“ Lasst uns unsere Visionen teilen! Lasst uns wegweisende Projekte und Ideen verbreiten, die es schon so zahlreich gibt.

Ich habe Hoffnung.
Denn: „Alles könnte so anders sein“  
Dankeschön.

Redebeitrag zur FFF-Demo „Zukunftsvisionen“; Luka Leonhard (FuturZwei)

Das Superwahljahr: Klimaschutz bedeutet vor allem Menschenschutz

Keine Partei hat einen Plan für die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze. Keine Partei leitet aus wissenschaftlichen Erkenntnissen jene Politik ab, die wir JETZT brauchen. Keine Partei übernimmt die notwendige Verantwortung! Deshalb streiken wir, bis die Politik handelt! Im Superwahljahr 2021 werden die Weichen für unsere Zukunft gestellt!

Ein Wahlkampf, in dem die Klimapolitik im Fokus steht und sich alle Spitzenkandidat:innen am Paris-Abkommen messen lassen. Eine neue Bundesregierung schafft den Neustart in der Klimapolitik. Die verbindliche Einhaltung des Pariser Abkommens wird im Koalitionsvertrag festgeschrieben und mit effektiven Maßnahmen möglich gemacht. Klimapolitik wird endlich als allumfassende Gesellschaftspolitik begriffen und sozial gerecht ausgestaltet. Diese Notwendigkeit diskutieren wir auch in aller Öffentlichkeit mit den Parteien auf unseren Podiumsdiskussionen.

Wo wir gerade aktiv sind

Während Corona nichts zu tun? Weit gefehlt! Politik geht weiter und solange uns der Klimaplan der Regierung nicht gut schlafen lässt, bewahren wir Haltung. Haltung unserer Verantwortung gegenüber, unsere eigene Zukunft mitzugestalten. Haltung aktueller Themen gegenüber, für die gerade jetzt – versteckt hinter den Kulissen der Corona-Pandemie – Weichen gelegt werden. Es ist möglich, die großen Krisen unserer Zeit gemeinsam anzugehen. Nicht ganz ohne Abstriche. Nicht ganz ohne Disziplin und schon gar nicht ohne Zusammenhalt, aber wir sind davon überzeugt, dass auch in diesem Jahr kleine Schritte in die richtige Richtung führen können. Und uns hält keiner davon ab, von den ganz großen Schritten zu träumen, die nötig sind, um als Kollektiv jede Krise meistern zu können! Hier haben wir schon losgelegt:

AStA

Die Universität als gesellschaftliche Akteurin in der Vorreiterrolle?

Nachdem wir 2019 ins Studierendenparlament der Uni Hamburg eingezogen sind, sind wir seit dem Sommer 2020 auch im AStA vertreten. Dort arbeiten wir aktuell an den Strategien für eine klimaneutrale Universität und an einer Ringvorlesung für das Sommersemester 2021. Neben einem klimaneutralen und nachhaltigen Campus setzen wir uns auch für die Implementierung von Klimathemen in die Lehre ein. Denn eins ist klar, die Klimakrise kann nur als gesamtgesellschaftliches Problem angesehen und gelöst werden und die Uni muss ihrer Verantwortung nachkommen.

Die Ringvorlesung ist auf dem bundesweiten YouTube Kanal verfügbar. Schaut gerne vorbei!
Wenn du Lust auf Einblicke hinter die Kulissen habt, dann lies gerne hier weiter.
https://www.youtube.com/watch?v=4aqVm2qKNFY.

Danni lebt

Warum? Eine gute Frage, hundert Antworten. Hier ein paar: Weil der Vertrag veraltet ist, weil auch Anwohner auf die Anbindung verzichten können, weil uns sauberes Grundwasser und tägliche Spaziergänge im Wald mehr Wert sind, als zehn Minuten auf der Autobahn zu sparen. Weil wir Projekte angehen wollen, die für die Zukunft beschlossen werden und keine, die uns aus der Vergangenheit nachhängen.

ÖPNV

Wir sind davon überzeugt: Die Mobilität der Zukunft gehört dem ÖPNV. Wir setzen uns für einen schnellen Ausbau des Bus- und Bahn-Liniennetzes in Hamburg ein. Nur so können wir die Emissionen im Verkehrssektor effektiv senken. Ein Bus, der 50 Menschen transportieren kann, verbraucht viel weniger Rohstoffe beim Bau, Treibstoff beim Fahren und Fläche in der Stadt als 30 Autos.

Energiewende

Die Energiewende spielt eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Klimakrise. Deswegen unterstützen wir aktiv als Bündnispartner die Kampagne Ökostrom, die bald als Pilotprojekt in Hamburg starten soll. Die Kampagne soll zeigen, wie einfach es sein kann, zu einem nachhaltigen Stromanbieter zu wechseln. Gemeinsam mit dem ForFuture-Bündnis und den von Robin Wood empfohlenen Ökostromanbietern hoffen wir so, die Nutzung von Ökostrom und die Energiewende deutschlandweit voran zu treiben.

Von Schüler*in an Schüler*in

Fridays for Future ist eine Schüler- und Studentenbewegung, die mit ihren Untergruppen inzwischen in der ganzen Gesellschaft einen Platz gefunden hat. Das Schulprojekt sieht die Hauptaufgabe darin, Schulen und unter 18-Jährige in die Bewegung mit einzubeziehen. Mit verschiedenen Projekten wollen wir so Aufklärungsarbeit leisten und eine Partizipation ermöglichen. Hamburger Schulen sollen in Zukunft nachhaltiger sein und dafür setzen wir uns ein.

Mit diesem Artikel richten wir uns an Schüler*innen und wollen einen Überblick und Einstieg in das relativ komplexe Thema der Klimakrise geben.

Unser Jahr 2021

Darum sind wir laut!

Noch immer behaupten unzählige Politiker*innen auf allen Ebenen, sie würden genügend tun, um die Klimakrise zu bekämpfen. Dabei ist es wissenschaftlich klar, dass weder die Maßnahmen in der EU, noch die Maßnahmen der Bundesregierung oder die des Senats reichen.

Wie Klimaneutralität bis 2035 gehen kann, zeigt unsere Machbarkeitsstudie des Wuppertaler Instituts
fridaysforfuture.de/studie.




Finde heraus, wo die Folgen der Klimakrise bereits zu spüren sind

Grönland Arktik Tundra Permafrost Ozeane Westantarktis El Nino Sahel-Zone Amazonas-Regenwald Indischer Sommermonsun Nordatlantikstrom

Klima und Gerechtigkeit gehören zusammen!


Wie? Das stellt die Rosa-Luxemburg-Stiftung anschaulich erklärt mit den Plakaten »We will rise! Or: We will burn«, die in Kooperation mit dem Umweltinstitut München und PowerShift e.V. entwickelt wurden, dar.
Zum Download der Publikation geht es hier auf ihre Seite: www.rosalux.de/publikation/id/42979.

Der neue IPCC-Bericht ist raus!

Was ist das?
Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist ein Gremium, das den internationalen Forschungsstand zum Klimawandel zusammenträgt und wissenschaftlich bewertet. Daraus abgeleitet werden Risiken sowie Minderungs- und Anpassungsstrategien für die nationale und internationale Klimapolitik. Der IPCC sammelt neueste Erkenntnisse zum Klimawandel aus international veröffentlichten Studien und Forschungen und gibt diese als Sachstandsbericht heraus. Sie gelten seit 30 Jahren als solide wissenschaftliche Maßgabe für nationale und internationale Klimapolitik. Im Laufe der Jahre 2021 und 2022 werden nun die Berichte der drei Arbeitsgruppen, die sich unterschiedlichen Schwerpunkten widmen, in eine sechsten Sachstandsbericht (AR6) veröffentlicht.
AR6 Arbeitsgruppe I: Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels (WG I): erschienen am 9. August 2021.
AR6 Arbeitsgruppe II: Folgen des Klimawandels, Verwundbarkeit und Anpassung (WG II): erscheint voraussichtlich im Februar 2022.
AR6 Arbeitsgruppe III: Minderung des Klimawandels (WG III): erscheint voraussichtlich im März 2022.
AR6 Synthesebericht: Hauptaussagen der drei Bände und der drei Sonderberichte: erscheint voraussichtlich im September 2022.

Was steht drin?
Am 9. August 2021 hat die Arbeitsgruppe I ihre Einschätzung zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels veröffentlicht. Diese Arbeitsgruppe I schätzt Entwicklungen des Klimasystems ab. Die ausführlichen Berichte findest du hier, die Hauptaussagen hier.

"Es ist eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosphäre, den Ozean und die Landflächen erwärmt hat. Es haben weitverbreitete und schnelle Veränderungen in der Atmosphäre, dem Ozean, der Kryosphäre und der Biosphäre stattgefunden. Das Ausmaß der jüngsten Veränderungen im gesamten Klimasystem und der gegenwärtige Zustand vieler Aspekte des Klimasystems sind seit vielen Jahrhunderten bis Jahrtausenden beispiellos. Der vom Menschen verursachte Klimawandel wirkt sich bereits auf viele Wetter- und Klimaextreme in allen Regionen der Welt aus. Seit dem Fünften Sachstandsbericht (AR5) gibt es stärkere Belege für beobachtete Veränderungen von Extremen wie Hitzewellen, Starkniederschlägen, Dürren und tropischen Wirbelstürmen sowie insbesondere für deren Zuordnung zum Einfluss des Menschen. Auf Basis von verbesserten Kenntnissen über Klimaprozesse, Nachweise aus der Erdgeschichte und die Reaktionen des Klimasystems auf zunehmenden Strahlungsantrieb lässt sich die Gleichgewichtsklimasensitivität am besten mit 3 °C beziffern, wobei die Bandbreite im Vergleich zum AR5 eingegrenzt wurde."

Über uns

Seit dem 14. Dezember 2018 streiken wir in Hamburg für globale Klimagerechtigkeit! Unsere Treffen finden wöchentlich statt, um Demonstrationen, Mahnwachen, Fahrraddemos, Clean-Ups und andere Aktionen zu planen. Ein Ende ist nicht in Sicht: Wir streiken, bis die Politik handelt und die nötigen Maßnahmen ergreift, um die globale Erderwärmung auf maximal 1.5 Grad zu begrenzen! Wann und wo unsere nächsten Aktionen stattfinden, wird immer in unseren Infogruppen auf WhatsApp und Telegram angekündigt. Dort findet ihr auch alle weiteren relevanten Informationen und Ankündigungen.
Zwischen den Aktionen bleibt aber noch eine Menge Platz für Erlebnisse und Storys, die wir euch nicht vorenthalten möchten.

Die Ortsgruppe während der Pandemie

Fünf Minuten morgens mehr Zeit, um aufstehen zu können. Ein weiterer Kaffee, um sich aufzuraffen. Diskussionen, die sich im Kreis drehen, warum das nächste Jahr das bessere sein wird. Für alles. Unsere ganze Welt wurde auf den Kopf gestellt. Wir lernen und arbeiten von zuhause, sorgenfrei treffen wir uns nur noch im digitalen Raum und beobachten die Auswirkungen der Krise. Seit März 2020 ist sie mit aller Kraft auch in Deutschland angekommen, begonnen aber hat alles im Herbst 2019. Jeden Tag haben wir seitdem unsere gesamten Kräfte gesammelt und dafür gekämpft, die Auswirkungen der Krise abzuschwächen. Gemeinsam trägt jeder seinen Teil dazu bei und ist in Gedanken in der Zeit, als wir noch nicht auf so vieles zu verzichten hatten.

Alles zurück auf Anfang: auf März 2020. Oder besser noch: auf November 2019 mit Impfspritze und Teleportationsuhr. Um sich endlich wieder frei bewegen zu können. Und dann kommt dieses drängende Gefühl, dass wir bloß kein Déjà-vu erleben wollen. Bloß kein »Hätten wir doch nur«, bloß kein »Weißt du noch, wie schön war’s damals, als wir noch entspannt rausgehen konnten«. Was das Klima betrifft, ist jetzt November 2019. Jetzt haben wir es in der Hand. Und gemeinsam können wir Stärke beweisen, wenn wir miteinander reden, ehrlich sagen, was gerade weltweit geschieht und so auf uns aufpassen. Auf persönlicher Ebene und auch auf globaler. Stellt euch vor, das wäre in China im November 2019 geschehen. Stellt euch vor, was wir alles hätten verhindern können. Und was wir jetzt alles schaffen können. Dieser Gedanke lässt uns durchhalten. Wir sind nicht leiser geworden, wir argumentieren und diskutieren nur nicht mehr vor den Haustüren.

Der erste globale Streik 2021

Wie gut erkennt man seine Freund*innen anhand ihrer Stimmen? Wir haben es herausgefunden!
Denn was passiert, wenn man weltweit einen Termin sucht, der sowohl Süd- als auch Nordhalbkugel umfassen soll, der die unterschiedlichen Corona-Zustände der unterschiedlichsten Länder berücksichtigt und basisdemokratisch beschlossen wird? Genau, man redet miteinander und man einigt sich. Nicht ganz auf den Winter, nicht ganz auf den Sommer, nicht ganz auf das Unmögliche, um das Mögliche möglich zu machen. Auf den 19.03! Global! Weil es um das Klima geht! Weil wir noch nie näher zusammengerückt sind und weil jede Stimme und jedes Land zählt.

Am 19.03. haben wir wieder das Klima auf die Tagesordnung gesetzt. Mit unserem Schriftzug sind wir gekommen, um zu bleiben. Gleichberechtigt. Corona-konform. Entschlossen, was zu bewegen! #Nomoreemptypromises

Schriftzug-Story: Das kleine Kind an unserer Hand

Da war es – mitten auf dem Schriftzug – das Mädchen, über das wir während unserer Planung nachgedacht hatten. Sei es, weil wir sie uns vorgestellt haben, wie wir ihr das mit den 1,5 Grad erklären würden oder ob sie Schürfwunden bekommen könnte, als wir das Granulat betrachteten, das wir für die Rutschhemmung besorgt hatten. Und da saß sie nun. In einem knallroten Kleid, wie selbstverständlich mitten auf dem Schriftzug und bat ihren Vater, ihr die Schuhe anzuziehen, damit sie mit dem Laufrad fahren durfte. Und dann fuhr sie vom „Grad“ zum „Wir“ und zurück und jeden Buchstaben entlang und immer im Kreis im C. Dafür hatten wir Stunden auf diesem Stück Straße verbracht – gewischt, gepinselt, in Nachtschichten gewacht. So viel Liebe und Hoffnung und Träume hat dieses Fleckchen abbekommen. Es war für kurze Zeit unser Zuhause geworden und ein bisschen war übrig geblieben von diesem Gefühl, denn dieses Mädchen fühlte sich so offensichtlich wohl auf der grünen Fläche und lachte und gab uns erneut das Gefühl von Zuhause. Ich sah in all den Schreckensnachrichten der vergangenen Wochen wieder dieses wunderbare Bild einer Zukunft, in der wir Straßen benutzen, um groß zu werden. Spielflächen, Orte, an denen man sich trifft, Abende verbringt und in aller Ruhe die Sonnenuntergänge genießt. Das Mädchen lachte mich an und mir fielen Tränen auf die Straße, als ich zurücklachte.

Unsere Ringvorlesung

»Meint ihr, wir kriegen einen Zoom-Raum mit über 500 Teilnehmenden?«
»Puh, müssen wir mal gucken. Ist das denn überhaupt nötig?« (März 2021)
Tja, wer hätte gedacht, dass unsere erste Vorlesung von sage und schreibe eintausendzweihundert Studierenden besucht wurde?
Ob wir gerade die größte Vorlesung des Semesters gestartet haben?

Wir - das sind die Students for Future Hamburg, eine hochschul- und fachrichtungsübergreifende AG der lokalen Fridays for Future Gruppe. Seit anderthalb Jahren mischen wir jetzt schon in der Hochschulpolitik der Uni Hamburg mit. In dieser Legislaturperiode stellen wir mit neun Plätzen sogar die stärkste Fraktion im Studierendenparlament. Im Rahmen unserer Arbeit im Allgemeinen Studierenden Ausschuss, kurz AStA, konnten wir dieses wundervolle Projekt verwirklichen.

Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht wir?
Kommt gerne dazu: Jeden Dienstag um 18:15 Uhr auf YouTube!
fffutu.re/RingvorlesungKlimakrise

Die Leitidee: ein kleines How to Ringvorlesung

Die Idee, eine eigene Ringvorlesung zu organisieren, kam uns im Herbst 2020. Im Gespräch mit unserem geschätzten Freund, Kollegen und ehemaligen Physikprofessor Hartwig Spitzer spannen wir erste Pläne, wie so eine Vorlesung aussehen könnte, was wir damit erreichen wollten und ob wir als Studierende sowas überhaupt auf die Beine stellen könnten.
Eine Vorlesung nur von Studis? Nee, ganz so einfach geht das dann noch nicht. Es brauchte eine*n Professor*in, die bereit ist, die Vorlesung zu betreuen. So kamen wir zu Prof. Dr. Franziska Müller, Juniorprofessorin für Globalisierung und Governance der Klimapolitik an der Universität Hamburg. Sie hatte mindestens genauso viel Bock auf die Vorlesung wie wir und schon war unser Team quasi vollständig. Nach dem Klären von organisatorischen und technischen Fragen (»Wie bekommen wir einen Zoom-Raum für über 1000 Leute?« oder »Wie erstellt man einen Test auf OpenOlat« bis hin zu »Wie streamt man das Ganz auf YouTube?«) und dem Anfragen unserer ausgewählten Dozierenden konnte es auch schon losgehen.

Der Auftakt: von A wie Anita Engels bis Y wie YouTube

Den Auftakt machte Polarforscher Dirk Notz im April 2021, indem er die Grundlagen der Klimakrise und ihrer Geschichte erklärt. Darauf folgen Vorträge von Franziska Müller zur Klimagerechtigkeit, Julia Steinberger zu Degrowth und Green Growth und Anita Engels zur Rolle von Wirtschaftsunternehmen. So soll zu Beginn der Grundstein gelegt werden, worüber wir sprechen, wenn wir von der Klimakrise reden, und aus welcher Perspektive wir das Ganze betrachten.
Im Mai schlossen sich Vorträge von Stefan Aykut zur internationalen Klimapolitik und Hans Schäfers zur Energiewende an. Die nächsten Sitzungen halten Katharina Manderscheid zur Verkehrswende und Imeh Ituen zu Loss and Damage. Der Fokus soll also auf die tatsächliche Umsetzung von Klimaschutz ausgeweitet werden. Was muss hierbei beachtet werden und wie können wir echte Klimaneutralität sozialgerecht erreichen? Danach geht’s weiter mit etwas spezifischeren Fragestellungen von Gesundheitsfolgen durch die Klimakrise über Klimaklagen bis zur Gestaltung von gesellschaftlichem Protest. Die Vorlesung endet mit einer Podiumsdiskussion zur Frage »Wie sieht eine 4-Grad-wärmere Welt aus? Und wie eine 1,5-Grad-wärmere?«. Wir freuen uns auf unsere Gäste Mojib Latif, Tonny Nowshin und Chukwumerije Okereke!

Die Klimakrise und deren sozialen, ökologischen und ökonomische Auswirkungen und Folgen sind noch viel zu selten auf den Lehrplänen von Universitäten und Hochschulen zu finden. Dabei hat Hamburg im Bereich der Klimaforschung u.a. mit dem Exzellenzcluster Climate, Climatic Change, and Society, kurz CLICCS, viel zu bieten – das sollte sich doch auch in einem breiteren Angebot an Studiengängen sowie interdisziplinären Wahlmöglichkeiten mit explizitem Fokus auf den Klimawandel niederschlagen! Die hohe Teilnehmer*innenzahl von 1500 Studierenden und mehr als 5000 Zuschauer*innen auf YouTube macht mehr als deutlich, wie viel Interesse, Neugierde und Nachholbedarf besteht, wenn es um das Thema Klima geht.

Die erste Ringvorlesung ist vorbei

Wow Leute! Ihr habt uns echt sprachlos gemacht!

Die erste Ringvorlesung zum 1×1 der Klimakrise ist vorbei und es war einfach unglaublich! In 14 Vorlesungen konnten über 1300 Studierende einiges über die Klimakrise lernen. Es waren unter anderem Themen wie Klimagerechtigkeit, erneuerbare Energien, die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise und Klimaklagen vertreten. Abgeschlossen haben wir mit einer sehr spannenden Podiumsdiskussion mit unseren Gästen Mojib Latif, Tonny Nowshin, Samie Blasingame und Chukwumerije Okereke.

Mithilfe der Moderation von Adam Levy aus Oxford konnten wir in der Podiumsdiskussion die unterschiedlichen Facetten von Klimagerechtigkeit beleuchten. Und noch wichtiger: Uns wurde noch einmal klar gemacht, wie dringend diese Krise ist, wie dringend wir handeln müssen, da es nicht nur um das Retten unserer Zukunft geht, sondern um die Gegenwart von tausenden und Millionen von Menschen – insbesondere im globalen Süden, die jetzt schon die Folgen der Klimakrise zu spüren bekommen

Wir wollen allen Studis, die dabei waren, einmal von ganzem Herzen danken! Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen! Ihr habt uns mit eurer andauernden Anwesenheit und euren interessierten und spannenden Fragen gezeigt, dass die Klimakrise und deren Folgen auf den Lehrplan einer jeden Universität gehören und dass die Notwendigkeit und das Interesse besteht, dies auch umzusetzen. Wir hoffen, dass ihr einiges mitnehmen konntet und es euch genauso viel Spaß gemacht hat wie uns. 

Teilt die Videos der Ringvorlesung gerne weiter, ihr könnt sie alle auf YouTube finden!

Und wir müssen alle nicht traurig sein, dass es jetzt vorbei ist, denn schon im nächsten Semester wird die Ringvorlesung in die zweite Runde gehen mit neuen spannenden Themen und Gästen! Die erste Ringvorlesung hat sich stark mit den Grundlagen der Klimakrise beschäftigt und nun wollen wir weiter ins Detail gehen! Ihr könnt euch für die zweite Ringvorlesung natürlich trotzdem anmelden, auch wenn ihr die erste nicht besucht habt.

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit und ist doch noch viel zu selten auf den Lehrplänen der Universitäten zu finden. Gemeinsam konnten wir zeigen, dass es sich ändern kann und muss!

Unser Klimacamp

Auf die immer wieder gestellte Frage, ob uns das Klima schlaflose Nächte bereitet: Ja! Ganz freiwillig. Angefangen mit zwei Paletten, unseren Forderungen und Schildern haben wir am 13. August 2020 mitten in der Hamburger Innenstadt das Klimacamp gegründet. Zuerst noch auf dem Gänsemarkt, bleiben konnten wir aber erst am Speersort in der Nähe der Mönckebergstraße. 7m*10m dürfen wir laut der neuen Auflagen einnehmen und erlebt haben wir mittlerweile schon alles: Neben Gewittern, Polizeikontrollen und Streitgesprächen mit unterschiedlichsten Passanten auch den dritten Lockdown, verbotene Lichterketten, rote Kreideherzen, Sturm und Schnee. Wir wollten eine Aktionsform finden, die unser Anliegen auch während der Pandemie präsent hält, ohne dass wir uns oder andere durch Großdemos gefährden und so auch gegen kommende Einschränkungen auf den Straßen bleiben können. Weltretten auch noch um drei Uhr nachts – so halten wir seitdem Tag und Nacht Mahnwache für das Klima.

Unser Klimacamp hat sich als wichtiger Knotenpunkt für viele unserer kleinen und großen Aktionen erwiesen. Aus den zwei Paletten sind mit der Zeit mehr geworden: ein ganzer Zaun, an dem wir unsere Forderungen aufgehängt haben, Banner, Sticker, eine Gästetafel. Wir haben Plena gehalten, Musikinstrumente mitgebracht und Diskussionen auf Getränkekisten geführt. Das Klimacamp bedeutet Austausch, Kampf mit den Auflagen und natürlich Protest. Auch im Winter ist das Übernachten im Camp dank unserer Parents, die uns mit Essen und heißem Wasser versorgen, möglich. Wichtiger denn je sind Isomatten und Powerbanks geworden. Gemütlich ist das Camp nicht wirklich, aber das muss es auch nicht - die Protestform ist es, die zählt und die zeigt, wie wichtig uns das Klima und unsere Zukunft ist.

Jeder ist jederzeit herzlich eingeladen, vorbeizukommen oder zu helfen. Schaut doch einfach mal in unserer offenen Klimacampgruppe bei Telegram vorbei.

Regengüsse und der Staatsschutz ermittelt

Das Grollen eines nahenden Gewitters, das Trommeln des Regens auf das Pflaster, Feuchtigkeit bis unter die Regenjacke bis unter die Bettdecke. Unwetter macht den Aufenthalt im Klimacamp nicht gemütlich, sondern oft sehr schwer. Besonders nachts, wenn Menschen schlafen und die Flucht vor Regen und Wind in dem kleinen 3x3m Pavillon zu einer echten Herausforderung wird. Wie das Wetter so spielt, warteten in der Anfangsphase besonders sintflutartige Regenschauer auf uns, die uns unter dem zu allen Seiten geöffneten Pavillon kaum ausreichend trockene Flecken ließen. Die Alternativen waren begrenzt. Die Auflagen der Polizei erlaubten uns kaum hinreichenden Schutz, mit dem wir unsere Versammlung aufrecht hätten erhalten können. In einer dieser Unwetternächte haben wir uns notgedrungen unter ein Zelt zurückgezogen, das wir aufgestellt hatten, um die Nacht durchzuhalten und unsere Gesundheit schützen zu können. Ein Zelt jedoch sei zum Schlafen aufgrund der Versammlungsauflagen untersagt und so trafen wir auf großes Unverständnis seitens der Polizei. Die Konsequenz waren Strafanzeigen gegen den Anmelder und Versammlungsleiter der Staatsschutz ermittelte. Neben der fraglichen Strafanzeige an sich stellte sie uns auch vor eine Entscheidung für die Zukunft, bei der keine der Alternativen wirklich akzeptabel erschien.

1. Bei Regen müssten Teilnehmende die Versammlung verlassen, da es nicht möglich ist, sich zu schützen.
2. Um alle Menschen vor Regen zu schützen, müssten wir eng unter dem Pavillon zusammenstehen unverantwortlich in einer Pandemie.
3. Die Teilnehmenden stehen stundenlang im Regen und gefährden ihre Gesundheit fahrlässig. Auch dieses Verhalten ist während der Pandemie äußerst fahrlässig.

Da zu den Teilnehmenden gerade Minderjährige gehören, für deren Schutz wir besondere Verantwortung übernehmen müssen, war ein Zelt für uns die einzige akzeptable Option. Nicht jedoch in den Augen der Polizei. Die rettende Unterstützung haben wir von einem Anwalt erhalten, der sich um den Vorfall und das Strafverfahren kümmerte, sodass es letztendlich eingestellt wurde. Die Auflage, keine Zelte zum Schlafen aufstellen zu dürfen, blieb allerdings bestehen auch bei Unwetter. Unsere Argumentation überzeugte die Polizei nicht, auch wenn diese Auflagen unserer Meinung nach die Versammlungsfreiheit in unserem Fall stark einschränken. Mittlerweile jedoch konnten wir durch einen Gerichtsprozess einen größeren und zumindest zu zwei Seiten geschlossenen Pavillon bewirken. Eine dritte Wand jedoch und sei sie noch aus Schnee dürfe die Luftzirkulation unter dem Zelt keineswegs behindern. Auch bei minus 12 Grad hielt die dritte Wand darum kaum einen Tag lang.

Schlafen ist nicht erlaubt

Die Anmeldung des Klimacamps war nichts anderes als ein kleines Abenteuer diese Form der Versammlung war sowohl für uns, als auch für die Polizei und die Versammlungsbehörde neu. Viele Diskussionen und Verhandlungen gingen voraus, bis wir schließlich recht spontan das Klimacamp errichten durften. Und dennoch gibt es bis heute Unstimmigkeiten und regelmäßige Kooperationsgespräche über die Infrastruktur im Camp, die im Voraus nicht geklärt werden konnten – gerade weil alles so unabsehbar war und ist.

Eine dieser ungeklärten Fragen: Dürfen wir eigentlich auf der Versammlung schlafen?

Sind schlafende Klimaaktivist*innen mit Forderungen auf Schildern an einem Ort, den sie als Klimacamp bezeichnen, in ihrer Aussagekraft eingeschränkt? Schon mit der ersten Nacht im Camp begann der Kampf mit den Auflagen der Versammlungsbehörde, als wir nachts um 2 Uhr Besuch von der Aufweck-Polizei bekamen, die das Schlafverbot ein bisschen ernster nahm als wir. Ein bisschen zu ernst vielleicht. Als die Polizist*innen des PK14 bei der Versammlung auftauchten und Schlafende vorfanden, mussten die anderen Versammlungsteilnehmenden diese Aktivist*innen wecken. Für uns ein total absurder Moment. Es ist uns bis heute nicht ersichtlich, wieso das Schlafen auf Versammlungen problematisch sein sollte oder gar die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden könnte. Die schlafenden Versammlungsteilnehmenden waren ebenso unglücklich über die Auslegung, denn ganz ehrlich … wer wird schon gerne mitten in der Nacht geweckt?!

½ ⋅ g ⋅ h = ein Camp mit 70m² Versammlungsfläche

Am 28.08.2020 zog das Klimacamp zum Speersort um. In den ersten Tagen sammelten wir schon viele Erfahrungen – gerade im Kontakt zur Polizei. Besonders amüsant verlief die Besprechung um den neuen Versammlungsort. Der Anmelder hat mit mehreren Polizist*innen des PK14 den neuen Versammlungsort begutachtet. Besonderes Augenmerk wurde auf die maximale Größe der Versammlungsfläche gelegt, da das Camp nicht größer werden durfte, als es am bisherigen Standort war: 70m². Exakte 70 m².

Zur Überprüfung der ausgewählten Fläche brachte die Polizei professionelles Messequipment mit. Ein Messrad beispielsweise eignet sich besonders gut für längere Strecken. Mit einer Rolle fährt man über den Boden, die gelaufene Strecke wird auf einer Anzeige sichtbar. Ganze 45 Minuten haben die Beamt*innen damit zugebracht, die Versammlungsfläche auszumessen. Besonders schwierig schien dabei die Berechnung des Dreieckes, das aufgrund der lokalen Begebenheiten die Grundform des Camps werden sollte. Jedoch kamen wie bei jeder guten Matheaufgabe bei ein und derselben Strecke immer und immer wieder andere Messwerte heraus. Wir beobachteten. Auch schien die Formel zur Berechnung des Flächeninhaltes nicht mehr so präsent wie nötig zu sein. Mit der Zeit drängte sich uns die Frage auf, ob die Polizei nichts Besseres zu tun habe, als über ein oder zwei Meter Streckenlänge zu grübeln, wenn diese mehr oder weniger für uns keinen wirklichen Unterschied machten. So beobachteten wir weiter. Und bekamen schließlich unser Camp zugewiesen.

Jan Böhmermann solidarisiert sich

Unwetter wiederholen sich, wir lernen aber dazu. Beim nächsten Regen informierten wir die Polizei im PK 14 darüber, dass wir unsere Versammlung aufgrund des Wetters und den geltenden Versammlungsauflagen nicht aufrechterhalten können. Wir führten erneut unsere Argumente auf, wieso das Aufstellen eines Zeltes aus unserer Sicht elementar wichtig für die Durchführung der Versammlung sei. Auch dieses Mal erhofften wir uns mehr Verständnis der Polizei und waren doch mit unserem Verantwortungsgefühl allein. Wir teilten also dem Polizeikommissariat mit, dass wir das Zelt auch ohne ihre Erlaubnis aufstellen werden. Unser Unverständnis und die Fassungslosigkeit waren so groß, dass wir uns daransetzten, öffentlich auf dem deutschlandweiten Twitteraccount von Fridays for Future unsere Situation zu erklären. Wenig später wurde eben dieser Post geteilt von Jan Böhmermann, der die absurd strengen Versammlungsauflagen mit einem rechtspolitischen Camp in Berlin direkt vorm Bundestag verglich, das trotz fehlender Anmeldung und fragwürdiger Ausführung lange Zeit geduldet wurde.

Auch wenn sich noch während der Vorbereitung des Tweets die Situation änderte und ein freundlicher Polizist uns das Aufstellen von zwei Schlafzelten für die Nacht genehmigte, entschlossen wir uns, den Tweet trotzdem zu veröffentlichen. Aus unserer Sicht ist dieser Polizist seiner Aufgabe, das Versammlungsrecht zu schützen, nachgekommen! Das grundsätzliche Problem der Auflagen bestand jedoch weiterhin und sollte mit diesem Tweet gehört werden.

Die Stellungnahme der Polizei erfolgte am nächsten Tag ebenfalls öffentlich auf Twitter. Sie bestätigten die Situation und fügten hinzu, dass wir uns an die Absprache, das Zelt morgens abzubauen, gehalten haben und somit kein Einschreiten der Polizei nötig war.

Die Herzen auf Bäumen

Am 20.01.2021 trafen drei Polizist*innen vom PK14 beim Klimacamp ein. Ihr Grund: Herzensangelegenheiten mag man sagen. Genauer betrachtet: mit roter Kreide auf Bäume gesprühte Herzen in der Nähe der Versammlungsfläche. Verdächtiges habe der Versammlungsleiter in letzter Zeit nicht beobachtet. Immerhin seien die Herzen schon vor mehreren Monaten von der Polizei aufgenommen worden. Die Überprüfung der Farbe ergab, dass es sich aufgrund der Wasserlöslichkeit wohl um Sprühkreide handele. Der Versammlungsleiter zeigte der Polizei die eigenen Vorräte, die Polizistin testete die Farbe der verschiedenen Dosen auf ihrer Hand und verglich diese mit der an den Bäumen. Bei einer noch feuchten Dose erkannten sie den gleichen Farbton und nahmen die Dosen zur Beweissicherung mit. Anschließend erklärte uns die Polizei, dass eine Strafanzeige gegen »Unbekannt« gestellt wird. Daraufhin sollten die Personalien aller Versammlungsteilnehmenden festgestellt werden. Nach einer Empfehlung des Versammlungsleiters sagten diese, dass sie die Aufnahme gerne verweigern möchten. Die Polizistin besprach sich erst mit ihrem männlich gelesenen Kollegen und später mit der Einsatzleiterin der Polizei. Diese telefonierte und entschied, dass die Personalien trotzdem aufgenommen werden sollten, da die Teilnehmenden als Zeug*innen im Strafverfahren stehen werden. Aus unserer Sicht eine fragwürdige Entscheidung, die ungeachtet ließ, dass wir von der Tat nichts mitbekommen haben.

Bereit mitzumachen?

»Wie informierst du dich über aktuelle Klimathemen?«

Die Anzahl guter Nachrichtenportale steigt glücklicherweise. Mittlerweile gibt es viele Wissensformate im Netz, die wissenschaftlich fundierte Antworten auf alltägliche Fragen zum Klimawandel und zur notwendigen Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zusammentragen. Politisch gesehen ist die Transparenz der klimarelevanten Entscheidungen allerdings verbesserungsfähig, wir vermuten: und das ganz bewusst. Wir versuchen über unsere Kanäle rechtzeitig auf die wichtigen Entscheidungen aufmerksam zu machen und Druck auszuüben, umweltfreundliche Maßnahmen zu priorisieren. Unser Informationsnetz konnten wir in den letzten Jahren immer weiter ausbauen. Wenn du also mehr darüber erfahren möchtest, was zwischen den Entscheidungen in der Politik und der Bewegung abläuft, tritt am besten einer unserer Infogruppen bei oder werde ein aktiver Teil von FFF Hamburg.

»Was tust du, wenn du über das Klima reden möchtest und dir niemand zuhören will?«

Sich für das Klima einzusetzen oder nicht, ist für uns ein Privileg. In anderen Teilen der Welt können sich junge Menschen in unserem Alter nicht so einfach dafür oder dagegen entscheiden, weil die Klimakrise jederzeit mit Überschwemmungen, Stürmen und Bränden vor ihrer Haustür steht. Wenn sich deine Mitmenschen diesem Thema verschließen, liegt es also daran, dass es uns gut geht und wir diese Entscheidung noch treffen dürfen. Bedenke aber, dass das Thema gerade von älteren Generationen persönlicher aufgefasst werden kann, als du erwartest. Etwa, weil sie sich angegriffen fühlen, wenn sie durch ihre wirtschaftlichen Erfolge mitschuldig an der Krise gemacht werden. Diese Menschen werden dir wahrscheinlich nicht zuhören, bis du sie als Teil der Lösung und nicht als Verursacher in das Gespräch einlädst. In dieser Situation hilft es, sachlich zu argumentieren oder aber weiche Anknüpfungspunkte zu finden, die dein Gegenüber auf individueller Ebene mit dem Klimawandel verbindet, wie gesundheitliche Probleme durch anhaltende Hitzeperioden, trockene Rasenflächen aufgrund von Wassernotständen, zukünftig unzugängliche Urlaubsorte, die zunehmende Wahrscheinlichkeit von Wetterphänomenen, die man nur aus den Nachrichten aus anderen Ländern kennt oder aber die unzähligen, bedrohten Tierarten. Diese Ungerechtigkeit unseres Privilegs gegenüber der absoluten Dringlichkeit, die der Klimawandel in anderen Teilen der Welt verursacht, macht es notwendig, diese Gespräche schon heute zu führen. Also lass nicht nach, informier dich und rede darüber.

»Wie findest du die Sicherheit, Politiker*innen gegenüberzutreten?«

Das, was wir zu sagen haben, ist relevant. Darüber respektvoll und auf Augenhöhe zu reden, hat für alle Seiten erst einmal ausschließlich positive Aspekte. Umso tiefer du in die jeweiligen Themen eingestiegen bist, desto sicherer finden sich die richtigen Worte, um das auszudrücken, was dich beschäftigt. Das unterscheidet Klimadiskussionen nicht von anderen Gesprächen. Die Selbstsicherheit, diese Gespräche fern vom Küchentisch zu führen, kommt mit der Zeit und der Übung. Wir alle haben naiv und unsicher angefangen. Aber: Wenn du etwas bewegen möchtest, musst du das Gespräch mit denen suchen, die etwas bewegen können. Genau das ist es, was dir den Mut gibt, das Wort auch an Politiker zu ergreifen.

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