Fridays For Future kritisiert Ambitionslosigkeit der Gemeinsamen Agrarpolitik im Kontext der Sonder-Agraministerkonferenz von Bund und Ländern + Fridays For Future fordert klares Signal in der Agrarpolitik für bindende Klimaziele

Im Rahmen der heute stattfinden Sonder-Agrarministerkonferenz kritisiert Fridays For Future, dass die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) noch immer keine bindenden Klimaziele enthält. Damit trägt die GAP zum Scheitern des Paris-Abkommens bei. Heute verhandeln die Agrarminister*innen von Bund und Ländern über die nationale Umsetzung der GAP und stellen damit die Weichen für die nächsten sieben Jahre Subventionspolitik. Die Aktivist*innen sehen in der GAP-Reform eine der größten Klimaentscheidungen des nächsten Jahrzehnts und in der nationalen Umsetzung die letzte agrarpolitische Möglichkeit das Versagen der EU im Umgang mit der Klimakrise abzuwenden.

„Das ist die letzte GAP-Reform, die zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze beitragen kann. Zurzeit ist keiner der Agrarminister*innen aus Bund und Ländern bereit diese Tatsache anzuerkennen und das Paris-Abkommen in der nationalen GAP festzusetzen. Diese Verantwortungslosigkeit trifft nicht nur zukünftige Generationen, sondern auch jetzt schon Bäuerinnen und Bauern .“ sagte Fridays For Future-Aktivist Tilman von Samson.

Die Sonder-Agrarministerkonferenz müsse jetzt ein klares Signal senden, um Deutschlands Klimaversprechen Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die EU bietet den Mitgliedstaaten einen großen Spielraum bei der nationalen Umsetzung der GAP. Dieser Verantwortung müssten die Mitgliedsstaaten jetzt gerechtwerden und die nationale Umsetzung mit den völkerrechtlich bindenden Klimazielen von Paris in Einklang bringen, so die Aktivist*innen. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes haben sich die Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft in den letzten 15 Jahren nicht signifikant verringert.

„Die Verantwortung gegenüber der Klimakrise wird auf die Bäuerinnen und Bauern abgeschoben. Die Politik lässt sie mit dieser Aufgabe im Stich, während sie unter enormen wirtschaftlichem Druck stehen. Diese Entwicklung ist derzeit weltweit erkennbar.“, so Josefina Pöpperl von Fridays For Future.

2021 werden die Gelder der Gemeinsamen Agrarpolitik für die nächsten sieben Jahre neu verteilt. Mit ca. 32% ist die GAP einer der größten EU-Haushaltsposten. Parallel zu den Beratungen zur nationalen Umsetzung finden die Trilog-Verhandlungen auf EU Ebene statt. Wissenschaftler*innen hatten wiederholt ermahnt, dass der aktuelle Reformvorschlag nicht im Einklang mit den Zielen des Paris-Abkommens oder auch nur des Green Deals steht. Eine Studie des Freiburger Öko-Instituts errechnete, dass auch weiterhin ein Großteil der 55 Milliarden Euro jährlich in die sogenannten Direktzahlungen fließen werden, ohne dass klimaschädliche Emissionen verringert würden.

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PM: Fridays for Future und Scientist for Future stellen Gas-Studie vor

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute stellte Fridays for Future gemeinsam mit den Scientists for Future auf einer digitalen Pressekonferenz das Papier “Ausbau der Erdgas-Infrastruktur: Brückentechnologie oder Risiko für die Energiewende?” vor. Fridays for Future kündigte für Dienstag, den 02. Februar, ein Gespräch zwischen führenden Aktivist*innen der Streiks gegen Gas, Wissenschaftler*innen und der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an.

“Vor dem Gespräch mit Schwesig machen wir klar: Wir geben uns mit leeren Worten nicht zufrieden. Was für uns zählt, sind Taten. Spätestens die heutigen Erkenntnisse machen deutlich, dass Erdgas keine Zukunft hat und Nord Stream 2 nicht fertig gestellt werden darf. Deutschlandweit sind Gasprojekte in Form von Pipelines, Kraftwerken und Terminals im Wert von 14 Milliarden Euro in Planung oder bereits im Bau. Meinen wir es mit der Bewältigung der Klimakrise ernst, dürfen die heutigen Gasprojekte nicht zu Ende gebaut werden und keine neuen fossilen Infrastrukturen in Auftrag gegeben werden”, so Helena Marschall von Fridays for Future.

Theresia Crone von Fridays for Future aus Mecklenburg-Vorpommern ergänzt: “Die Überbewertung von Gas ist leider kein Alleinstellungsmerkmal der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern. Gas wird immer wieder von Politiker*innen und fossilen Konzernen als Allheilmittel für die Klimakrise präsentiert. Dieses Narrativ blockiert eine echte Energiewende und ist nicht zielführend.”

Das gesamte Papier, an dem unter anderem Prof. Claudia Kemfert beteiligt war,  finden Sie im Anhang und zum Download auf der Website: https://de.scientists4future.org/erdgas-brueckentechnologie-oder-risiko-fuer-die-energiewende.

“Erdgas ist keine Brückentechnologie in eine fossilfreie Zukunft. Die Annahme einer im Vergleich zur Kohle günstigeren Klimabilanz von Erdgas muss revidiert werden. Der geplante Ausbau von Erdgas-Infrastruktur in Deutschland lässt sich nicht klimapolitisch begründen und birgt zahlreiche finanzielle Risiken. Zudem wird damit die geplante Energiewende verzögert”, so die Zusammenfassung des Diskussionsbeitrages “Ausbau der Erdgas-Infrastruktur: Brückentechnologie oder Risiko für die Energiewende?” der Scientists for Future.

Bundesweite Aktionen „Gas ist keine Brückentechnologie!“

Am Freitag, den 22. Januar 2021, fanden in einigen deutschen Städten Aktionen von Fridays for Future gegen den massiven Ausbau fossiler Gasinfrastruktur statt. Unter dem Motto „Gas ist keine Brückentechnologie!“ forderten die Klimaaktivist:innen unter anderem in Rostock, Heidelberg und Berlin keine neuen Gaspipelines wie die geplante Pipeline “Nord Stream 2” zu bauen. Sie kritisierten die von der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern gegründete „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“, sowie die Pläne der niedersächsischen Landesregierung die Förderabgabe auf Erdöl und -gas auf den bundesrechtlichen Mindestsatz zu senken und bis 2030 festzuschreiben.

„Gas ist keine Brückentechnologie! Die Folgen für die Klimakatastrophe sind enorm. Wir verbauen uns wortwörtlich den Weg zu Klimagerechtigkeit, wenn wir weiterhin in fossile Energien wie Erdgas investieren. Der Ausbau ist nicht mit dem 1,5-Grad-Limit vereinbar – hier können wir die fossile Abhängigkeit beenden!”, sagt dazu Helena Marschall.

Verschiedene Studien, ua. vom DIW, zeigen, dass “Nord Stream 2” und auch Erdgas allgemein als sogenannte Brückentechnologie nicht notwendig sind, um den Energiebedarf Europas zu decken. Die Auswirkung, die Gas auf das Klima hat, wurde in einigen Studien insgesamt schlechter als die von Kohle bewertet. Häufig wird bei der Förderung und beim Transport Methan freigesetzt, das eine 34 bis 86 Mal höhere Treibhauswirkung als CO2 hat.

„Für eine gerechte und nachhaltige Zukunft brauchen wir jetzt den lokalen Ausbau von Erneuerbaren Energien statt Greenwashing Strategien um neue Erdgas-Projekte. Ob Fracking oder Pipeline, Ausbeutung von Regionen für Erdgas ist das Gegenteil von Klimagerechtigkeit und verstärkt ungerechte Machtgefälle!“, ergänzt Elisabeth aus Rostock.

Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern hatte am 07.01.2021 die Gründung der “Stiftung Klima- und Umweltschutz MV” beschlossen. Haupteigentümer der Stiftung ist der Energiekonzern Gazprom. Seit den ersten Aktionen der Fridays for Future-Bewegung als Reaktion auf diese Stiftung wurde der sofortige Weiterbau der Pipeline “Nord Stream 2” beschlossen, sowie von der Deutschen Umwelthilfe eine Klage dagegen eingereicht.

Die Niedersächsische Landesregierung möchte nach einem von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns verlorenen Fall vor dem Bundesverwaltungsgericht die Förder- abgabe für Erdgas ab 2022 von 27% und die Abgabe auf Erdöl von 18% auf jeweils 10% senken. Für 2020 soll außerdem rückwirkend eine vollständige Befreiung und 2021 eine Senkung auf 5% erfolgen. Damit verzichtet sie nach eigenen Angaben auf mindestens 250.000.000 €. Dies soll bereits nächste Woche im Januarplenum beschlossen werden.

Bei Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

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PM: Fridays for Future kündigt nächsten globalen Streik an

Am 19.03.2021 ruft Fridays for Future unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises weltweit zu Aktionen auf. Damit fordert die Bewegung erneut internationale Klimagerechtigkeit und die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze. Nun fordert Fridays for Future mit Hinblick auf mehrere Landtagswahlen und die Bundestagswahl sofortige Maßnahmen von der Politik, die Emissionen zu senken.

Auf Grund der aktuellen Coronasituation werden gerade bewegungsintern coronakonforme Protestmöglichkeiten entwickelt. Weitere Infos diesbezüglich folgen in den nächsten Wochen.

Am letzten globalen Streik im September 2020 gingen über 200.000 Menschen in hunderten Städten coronakonform mit Fridays for Future in Deutschland auf die Straße.

Sollten Sie im vorhinein Fragen an die Bewegung oder zum globalen Streik haben, wenden Sie sich bitte an:

Kontakt: presse@fridaysforfuture.de

Pressemitteilung – Klimapolitische Diskussion der Kandidatenrunde II

06.01.21. Am kommenden Freitag, den 8. Januar 2021, werden Maja Göpel, Luisa Neubauer und Tilo Jung unter dem Titel “Die Klimafrage: Was kann die CDU?” die “Kandidatenrunde II” der CDU direkt im Anschluss, gegen 20:30 Uhr, live analysieren und kommentieren. 

Mit dabei sind außerdem drei junge Fridays for Future-Aktivist*innen, welche von der Politik der Kandidaten für den CDU-Vorsitz auf ganz unterschiedliche Weise direkt betroffen sind: als Bewohnerin eines Dorfes an der Tagebaukante Garzweiler, als politisch engagierter Geflüchteter und als Mitglied der Jungen Union. 

Luisa Neubauer stellt klar: “Auch in der Coronakrise eskaliert die Klimakrise bisher ungebremst. Wir können keine weitere Legislaturperiode an klimapolitische Stagnation verlieren. An alle drei Kandidaten stellt sich der klare Anspruch eine Paris-verträgliche Politik anzubieten. Auch die CDU braucht einen Plan für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels!”

Im vergangenen Jahr konnten die deutschen Klimaziele laut Agora Energiewende zu ⅔ nur aufgrund der Nebeneffekte der Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Ob Deutschland seinen Beitrag zum Pariser Klimaabkommens einhalten kann, wird maßgeblich von den in der kommenden Legislaturperiode getroffenen klimapolitischen Maßnahmen abhängen, wie unter anderem eine Studie des Wuppertal Instituts bestätigt. Im Bundestagswahljahr verlangt Fridas for Future daher von allen Parteien – und damit insbesondere auch vom Vorsitzenden einer der Regierungsparteien und möglichen Kanzlerkandidat – Klima- und Wahlprogramme, welche konkrete Maßnahmen in den kommenden Monaten und Jahren zur schnellen Senkung der CO2-Emissionen enthalten. 

“Die zweite Kandidatenrunde wird aller Voraussicht nach ein klimapolitisches Bullshit-Bingo. In unserem Format werden wir die Aussagen deshalb mit kritischem Blick in Frage stellen und die wissenschaftliche Wirksamkeit der Pläne diskutieren”, ergänzt Tilo Jung.

Produziert wird die Sendung von Jung & Naiv. Live gestreamt wird sie sowohl über den YouTube-Kanal von Tilo Jung: https://youtu.be/8YYGWMdYnuQ, als auch über den von Fridays for Future: https://youtu.be/I4tnZwCS2yA

Bei Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung!

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Reaktion zu EEG-Beschlüssen

“Die Entscheidung von Union und SPD, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter aufzuschieben, setzt die jahrelange Blockade der Energiewende fort. Seit dem Beginn der Großen Koalition haben die Bundesregierungen die Solar- und die Windbranche auf Kosten von Arbeitsplätzen und Klimazielen systematisch zerstört. Um das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, müssen wir Wind- und Solaranlagen laut der von uns in Auftrag gegebenen Studie des Wuppertal Instituts jährlich viermal schneller ausbauen als aktuell geplant. Fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen machen die Handlungen der Bundesregierung im Energiesektor die Einhaltung der internationalen Zusagen im Klimaschutz weiter unmöglich. Um eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Energiewende sicherzustellen fordern wir ab Januar 2021 einen sofortigen Ausbauschub erneuerbarer Energien, der sich am deutschen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel orientiert.”

– Fridays for Future

Kontakt für Journalist*innen: presse@fridaysforfuture.de

Reaktion Fridays for Future zu EEG-Beschlüssen

Am heutigen Vormittag hat die Große Koalition die Reformen der EEG-Novelle verabschiedet. In unserem offiziellen Statement kritisieren wir von Fridays for Future diese Entscheidung als einen weiteren Aufschub der Energiewende und stellen Forderungen an die Bundesregierung für den Januar 2021. Gerne können Sie aus dem folgenden Text die Reaktion unserer Bewegung zu den heutigen Beschlüssen zitieren.

Reaktion der Fridays for Future Bewegung zu den heutigen Beschlüssen des EEGs:

“Die Entscheidung von Union und SPD, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter aufzuschieben, setzt die jahrelange Blockade der Energiewende fort. Seit dem Beginn der Großen Koalition haben die Bundesregierungen die Solar- und die Windbranche auf Kosten von Arbeitsplätzen und Klimazielen systematisch zerstört. Um das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, müssen wir Wind- und Solaranlagen laut der von uns in Auftrag gegebenen Studie des Wuppertal Instituts jährlich viermal schneller ausbauen als aktuell geplant. Fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen machen die Handlungen der Bundesregierung im Energiesektor die Einhaltung der internationalen Zusagen im Klimaschutz weiter unmöglich. Um eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Energiewende sicherzustellen fordern wir ab Januar 2021 einen sofortigen Ausbauschub erneuerbarer Energien, der sich am deutschen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel orientiert.” – Fridays for Future

PM: Fridays for Future protestiert deutschlandweit für das 1,5-Grad-Ziel

Fridays for Future ruft zu Protesten am 11. Dezember unter dem Motto #FightFor1Point5 auf.Anlass ist das fünfjährige Bestehen des Pariser Klimaabkommens. Aktivist*innen in ganz Deutschland und weltweit machen an diesem Tag sowohl mit unterschiedlichen coronakonformen Aktionen als auch online auf das globale Scheitern der bisherigen Bemühungen die Klimakrise einzudämmen aufmerksam machen. 

Sie fordern die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels und eine Klimapolitik, die die bereits heute am stärksten von der Klimakrise betroffenen Regionen und Menschen in den Vordergrund rückt. Der Sonderbericht 2018 des Weltklimarats zeigt den Unterschied zwischen 2 und 1,5-Grad und dabei, dass nur maximal 1,5 Grad Erderwärmung die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen sichern kann.

„Meine Heimat, die Phillipinen, wurden von Taifun nach Taifun getroffen. Der Kampf für 1,5 Grad ist existenziell  für mein Überleben hier und das so vieler Menschen im globalen Süden. Wir wurden unterdrückt und igoniert, aber wir werden niemals aufgeben. Menschen auf der ganzen Welt geben das Versprechen, weiter für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels zu kämpfen, denn in den nächsten fünf Jahre muss sich so vieles ändern. Die nächsten fünf Jahre dürfen klimapolitisch nicht so aussehen wie die vergangenen fünf Jahre“, sagt Mitzi Jonelle Tan, Aktivistin von den Phillipinen.

Anlass der Proteste ist das fünfjährige Bestehen des Pariser Klimaabkommen am 12.12.2020. An diesem Tag 2015 unterzeichneten 195 Staaten in Paris dasgrößte bisherige Klimaabkommen. Mit dem Abkommen verpflichten sich die Staaten die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, wenn möglich 1,5 Grad zu begrenzen, um unumkehrbare Effekte durch das Überschreiten sogenannter „Kipppunkte“ im Klimasysten sicher zu verhindern. Im Rahmen dessen stellem die Staaten ihre Klimazielevor, die alle fünf Jahre überprüft werden. Auch 2020 hielten nur wenige Länder ihre selbst festgelegten, oftmals unzureichenden Reduktionsziele ein.

Gleichzeitig berät der Europäische Rat am 11.Dezember über das neue CO2-Reduktionsziel der Europäischen Union bis 2030. Dieser sieht eine Reduktion von 50-55% vor. Das Europäische Parlament hatte sich zuletzt im Oktober für ein Reduktionsziel in der Höhe von 60% ausgesprochen. 

Schon seit der Gründung setzt die Fridays for Future Bewegung sich für Klimagerechtigkeit und für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels ein. In Deutschland fordert sie u.a. Klimaneutralität bis 2035 sowie einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien mit vollständig klimaneutraler Energieversorgung ab 2035.

„Ich habe keine Hoffnungen mehr in unsere Regierungen, deren Ignoranz für die Bedürfnisse der Menschen uns wieder und wieder in Gefahr bringt. Meine einzige Hoffnung liegt bei der Jugend: Wir werden uns zusammenschließen und eine gerechte und lebenswerte Zukunft erkämpfen“, erklärt Disha Ravi aus Indien. 

Wir laden alle Pressevertreterinnen und Pressevertreter herzlich zu unseren dezentralen Aktionen ein. Weitere Infos zu online Aktionen finden Sie unter www.fridaysforfuture.org und zu den Straßenprotesten in Deutschland unter www.fridaysforfuture.de.

Bundesweit für Fridays for Future werden pressesprechen:

Toni Messerschmidt (München)
Annika Rittmann (Hamburg)
Louis Motaal (Berlin)
Lina Gobbelé (Berlin)

Kontakt:
presse@fridaysforfuture.de
+49 431 5357 983

Greta Thunberg und andere Aktivist*innen fordern Timmermans auf, den „katastrophalen“ GAP-Vorschlag zurückzuziehen.

Die Klimaaktivistinnen Adélaïde Charlier (Belgien), Anuna De Wever (Belgien), Luisa Neubauer (Deutschland) und Greta Thunberg (Schweden) werden am Mittwoch, 25. November, ein Online-Treffen mit (Kommisions-)Vizepräsident Frans Timmermans abhalten, um die Kommission aufzufordern, den aktuellen GAP-Vorschlag zurückzuziehen. Dieser würde die Ziele des Pariser Abkommens und des Green Deals der EU untergraben, so die Aktivistinnen. Herr Timmermans teilte erst kürzlich mit, er sei von der laufenden Verhandlung über die  Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) enttäuscht. Die Kommission könne diesen jedoch nach wie vor zurückziehen, so dieser. Andere Mitglieder der Kommission schlossen dies hingegen aus.
„Frans Timmermans hat die letzte Woche klar gemacht, dass er einen wirklichen Systemwechsel in der Landwirtschaft und damit auch seinen Green Deal nicht aufgegeben hat. Jetzt liegt es in seiner Verantwortung diesen Worten auch Taten folgen zu lassen. Auch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen muss anerkennen, dass der aktuelle Entwurf völlig rückwärtsgewandt ist und die Klimaziele der EU krachend verfehlt. Gemeinsam müssen sie den Vorschlag zurückziehen“, fordert Tilman von Samson, Aktivist bei Fridays for Future.
Nach dem Gespräch werden die Klimaaktivistinnen am Mittwoch um 18.30 Uhr MEZ eine Online-Pressekonferenz abhalten, um über die GAP-Reform und das Treffen mit Herrn Timmermans zu sprechen. Eine Petition von Fridays for Future Aktivist*innen aus über 30 Ländern weltweit, welche die Kommission auffordert, ihren Vorschlag zurückzuziehen, unterzeichneten bereits knapp 70.000 Menschen. Schon im März drängten mehr als 3.600 Wissenschaftler*innen die Kommission, den Vorschlag zu überarbeiten, da dieser den Herausforderungen in der Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise nicht gerecht würde und so die Zukunft der ernährungssichernden Landwirtschaft gefährden würde.
Julia Thöring, Aktivistin bei Fridays for Future kritisiert außerdem: „Während hinter verschlossenen Türen über die Agrarpolitik für die kommenden 7 Jahre verhandelt wird, fehlen die Stimmen der zukünftigen Generationen und der Landwirt*innen im Diskurs. Eine klimagerechte Agrarwende geht nur gemeinsam. Viele Landwirt*innen sind der Politik schon weit voraus und tragen zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Eine zukünftige GAP muss dies aktiv unterstützen und fördern, sowie ihre zukünftige Existenzgrundlage sicherstellen. Schon heute sind Landwirt*innen weltweit am stärksten von den Folgen der Klimakrise betroffen.“
Der ursprüngliche Vorschlag der Kommission wurde im vergangenen Monat vom Europäischen Parlament und vom Rat mehrfach überarbeit. Derzeit führen die drei Parteien Trilogverhandlungen, um eine endgültige Einigung über die Reform zu erzielen. Diese entscheidet über die Finanzierung der GAP ab dem nächstem Jahr bis 2027 und macht mit fast 400 milliarden Euro mehr als 30% des EU-Haushalts aus. 

Ansprechpersonen

Tilman von Samson, Julia Thöring: presse@fridaysforfuture.de

Pressemitteilung zur Public Climate School: Bildung für die Zukunft – Klimawissenschaft für alle!

Vom 23.–27.11. rufen die Students for Future zur dritten Public Climate School auf. Diese wird aufgrund der Corona Pandemie komplett digital in Deutschland und Österreich stattfinden. In Bayern wird die PCS schon eine Woche früher, vom 16.-20.11.2020, stattfinden: zeitgleich mit den Nachhaltigen Hochschultagen der Landes-ASten-Konferenz (LAK) Bayern. Mit dem Projekt soll ein Modell für zukünftige Bildung geschaffen werden, in dem die Klimakrise verstärkt thematisiert wird und in dem Bildung offen für alle ist.

„Die Zeit läuft uns davon. Wenn sich nichts ändert, wird es bald nicht mehr möglich sein, den globalen Temperaturanstieg unter 1,5°C zu halten. Die „1,5°C-Studie“ des „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ im Auftrag von Fridays-for-Future zeigt auf, dass Deutschland bis 2035 CO²-neutral werden muss, um dieses Ziel noch einhalten zu können. Für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft für alle und einer lebenswerten Gegenwart für all die, die bereits jetzt unter den realen Auswirkungen der Klimakatastrophe leiden, ist eine ökologisch und sozial gerechte Transformation nötig!“, sagt Fabian Schäfer, Students for Future Bochum

Ziel der dritten Public Climate School ist es, Bildungskonzepte und klimapolitische Inhalte in einem „alternativen Stundenplan“ zu vermitteln, um so aufzuzeigen, wie Bildung im Kontext von Visionen der Klimagerechtigkeit aussehen könnte. Hierzu werden Wissenschaftler*innen und Expert*innen aus verschiedensten Fachbereichen, Vorträgen, Diskussionen und Workshops anbieten. Um auch Schüler*innen zu erreichen, wurden Programpunkte entwickelt, die sich mit bereitgestelltem Lehrmaterial in den Unterricht integrieren lassen. Alle Informationen zum bundesweiten Programm sind ab sofort auf der Website der Students For Future Deutschland zu finden: https://studentsforfuture.info/.

„Ein Bereich, in dem diese Transformation angestrebt werden muss, ist das vorherrschende Bildungssystem. Dieses lässt u.a. aufgrund seiner Wettbewerbsorientiertheit unzählige Chancen aus, klimapolitische Inhalte zu vermitteln – das aktuelle Bildungssystem verwehrt der Klimakrise die Aufmerksamkeit, der sie so dringend bedarf!“, ergänzt Inga Thao My Bui, Students for Future Mainz

Sollten Sie noch Fragen zur Public Climate School haben, erreichen Sie uns unter:
Mail: publicclimateschool@fridaysforfuture.de
Telefon: 01774777074

Bei Interesse an den Aktionen der Students for Future Germany ist hier der Link zu dem SFF-Presseverteiler: https://studentsforfuture.info/presse/