Woche 3/2020 – drohende Katastrophen und Unwörter

Was für eine turbulente Woche vom 13.-19.1. – Nils fasst sie für euch zusammen!

😱 Klimahysterie – das Unwort des Jahres 

Wie jedes Jahr wurde auch für das Jahr 2019 das Unwort des Jahres gewählt. Wie schon im Titel zu lesen, bekam das Wort „Klimahysterie“ diesen Titel. Die Entscheidung wird damit begründet, dass dieses Wort wissenschaftsfeindlich sei. Das ist eine gute Nachricht für uns, weil das mal wieder zeigt, was unsere wöchentlichen Streiks schon alles bewirkt haben. Zumindest in der Gesellschaft ist das Thema eines der Top-Themen überhaupt geworden. Außerdem sagt die Jury, dass dieses Wort die Klimadebatte in einen Krankheitsbereich schiebe und alle Klimaaktivist*innen abgestempelt werden, da die Klimadebatte auf wissenschaftlicher Basis beruht. In den letzten Jahren seien die meisten Einsendungen im Bereich des rechtspopulistischen Sprachgebrauchs gewesen.

Großdemo in Mainz

Mit einer Großdemonstration sind wir in Mainz in das neue Jahr gestartet. Mit rund 12.000 Demonstrierenden und unter dem Motto: Die Uhr tickt – für unseren Planeten. Kurz nach Beginn der Demo startete in der Begleitung von Sirenen ein Die-In, welcher auf die Folgen der Klimakrise aufmerksam machen sollte. Ein großes Thema war natürlich die aktuelle Situation in Australien, jedoch ging es auch um das Thema „Die Klimakrise als Fluchtursache“. Die Demo war ein voller Erfolg für uns! Die Polizei hatte die Befürchtung, dass es in Mainz zum Verkehrschaos kommen könnte, weil die Landwirte am Freitag ebenfalls protestiert haben. Dies blieb jedoch aus.

Proteste gegen Siemens halten an 

Wir werden die Entscheidung von Siemens auf keinen Fall akzeptieren und deshalb gab es diese Woche weiterhin Proteste, welche sich gegen Siemens richteten. Auch in Bremen wurde am Mittwoch vor der Siemens- Niederlassung protestiert. Am Morgen blockierten wir den Eingang, welchen einige Mitarbeiter daraufhin mit Gewalt versuchten frei zu räumen. Wir blieben jedoch standhaft und zogen uns erst am Mittag zurück. Daraufhin demonstrierten wir in der Nähe des Standortes weiter.

🔥 Erst extreme Feuer dann auch noch extreme Regenfälle

Nachdem der Regen in Australien so lang ersehnt wurde, hat er jetzt zu extremen Überflutungen geführt. Dadurch wurde die Feuerwehr behindert, aber in manchen Waldbrandgebieten entspannte sich die Lage. Im Osten Australiens hat der Regen Straßen überflutet und Bewohner von der Außenwelt abgetrennt. Innerhalb von nur zwölf Stunden ist teilweise die Menge an Regen gefallen, die sonst innerhalb eines Monats fällt, so das Amt für Wetterkunde. Für manche Menschen war der Regen eine große Erleichterung. Es gingen Bilder von Menschen, welche in Schlamm und Regen tanzen, um die Welt. Doch nicht überall in Australien kam der ersehnte Regen. Es wüten immer noch mehr als 100 Waldbrände. Durch den starken Regen wurde die Arbeit der Rettungskräfte behindert, weil sie einige Straße nicht befahren konnten. Ein Fluss im Bundesstaat New South Wales wurde durch Asche so verdreckt, dass hunderttausende Fische starben und ein talgiger Schlamm entstand.

🎪 Greta in der Schweiz

In der kommenden Woche findet in Davos das Weltwirtschaftsforum statt. Mit dabei wird dieses Jahr wieder Greta sein. Dafür hat sie sich bereits auf den Weg gemacht und war am Freitag beim Klimastreik in Lausanne dabei. Dort sagte sie: „Wir haben in diesem Jahrzehnt bislang noch nichts gesehen, das darauf hindeutet, dass ein wirkliches Handeln beim Klima kommen wird“. Bezüglich Fridays for Future sagte sie: „Das ist erst der Anfang, ihr habt noch nichts gesehen, das garantieren wir euch!“

🚜 Bauerndemo trifft auf Fridays for Future

In Hannover haben am Freitag, wie in vielen anderen Städten, sowohl wir als auch Landwirte gestreikt. Denn die Umweltpolitik bewegt beide Seiten. Jedoch gibt es einige Differenzen zwischen den Landwirten und uns. Das zeigen schon Transparente von Bauern mit der Aufschrift: F*ck Greta! So etwas geht gar nicht und zeigt klar, nicht allen Landwirten geht es wirklich um den Umwelt-und Klimaschutz. In Hannover waren wir nur wenige hundert Meter von den Treckern entfernt. Am neuen Rathaus versammelten sich rund 2000 Landwirte, während wir am Opernplatz rund 2200 Leute waren. Bauern sagten auch, dass es effektiver sei Umweltbildung in der Schule zu erlangen, statt die Schule zu „schwänzen“. Wir fordern hingegen, dass auch die Landwirte ihren CO2-Ausstoß stark verringern sollen!

😵 Drohende Katastrophe im südlichen Afrika 

Im letzten Jahr haben die unnormalen Wetterereignisse eine der schlimmsten Hungerkatastrophen der letzten 35 Jahre heraufbeschworen. Und die Lage droht sich zu verschärfen! Eine der Hauptgründe ist der Klimawandel, da in diesen Gegenden die Temperaturen, laut UN, doppelt so schnell steigen, wie auf dem Rest der Welt. Doch vor Ort fehlen die nötigen Gelder, um sich der Situation anpassen zu können. Allein im südlichen Afrika sind 45 Millionen Menschen auf Nahrungsilfe angewiesen. Diese Ereignisse schmeißen alle Planungen, wie die Entwicklungsziele für das Jahr 2030 und noch vieles, mehr um. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) befürchtet, dass Hunderttausende betroffene Menschen in Nachbarländer fliehen werden. Schätzungen kommen auf einen 40 prozentigen Ernteeinbruch in manchen betroffenen Regionen. Sie sind auf 438 Millionen Euro Hilfsgelder angewiesen, erhielten jedoch erst 184 Millionen von der Internationalen Gemeinschaft.

🏸 Australian Open und die Klimakrise!

Es wüten immer noch heftige Buschfeuer in Australien, doch die Australian Open beginnen trotzdem am Montag. Die Feuer sorgen für eine sehr schlechte Luft, weshalb in Melbourne über das Turnier diskutiert wird. Verlegt wird das Turnier nicht. Jedoch machen sich einige Spieler Gedanken über ihre Gesundheit. Die Veranstalter hingegen haben einen Regelkatalog vorgestellt in dem steht, dass die Luftqualität in kurzen Abständen gemessen wird und sobald eine Richtlinie überschritten wird, das Match bei einer geraden Anzahl von Spielen oder einem abgeschlossenen Tiebreak unterbrochen wird. Dafür, dass das Turnier unter diesen Umständen stattfindet, hat es viel Kritik an der Entscheidung der Veranstalter gegeben.

👩‍💻 Microsoft’s visionäres Versprechen 

Microsoft-Chef Satya Nadella kündigte an, dass Microsoft bis zum Jahr 2030 mehr als CO2-neutral sein soll. Sie möchten nämlich der Atmosphäre mehr CO2 entziehen als ihr zufügen. Bis zum Jahr 2050 möchten sie so viel CO2 aus der Atmosphäre entfernen, wie sie seit Gründung entweder durch den Stromverbrauch oder direkt freigesetzt haben. Hintergrund ist, dass die IT-Branche bedeutend an der Klimakrise beteiligt ist. Manchen Studien zufolge setzten Cloudanwendungen wie Netflix, Amazon usw. mehr CO2 frei als die globale Luftfahrt. Siemens gab zu, dass es noch keine Methoden gibt, welche im großen Stil CO2 aus der Atmosphäre entziehen. Deshalb stellt Nadella einen Fonds von rund einer Milliarde Euro zur Verfügung, um in dem Bereich zu forschen, wie man „CO2-negativ“ sein kann. Intern werde Microsoft eine CO2-Abgabe von 15 Dollar pro Tonne einsetzen. Aufgrund der derzeitigen Lage der Technologie wird ausschließlich an naturbasierten Methoden geforscht. Ob es sich hierbei lediglich um Greenwashing handelt? Wir sind gespannt.

3 Kommentare zu „Woche 3/2020 – drohende Katastrophen und Unwörter

  1. Das Verhalten einiger Landwirte bewegt sich in der Tat auf dem Niveau vieler von Fridays for Hohlraum. Es gibt nunmal Menschen, bei denen da oben die Masse fehlt, in der sich gute intellektuelle und charakterliche Strukturen hätten formen können.

    Gleichwohl ist zumindest bei den Landwirten zu sehen, dass sie zum Teil sehr berechtigte Sorgen haben – was aber in aller erster Linie auf eine sehr enttäuschende Politik zurück geht. Greifen wir die Anliegen der Vernünftigen auf und finden wir Lösungen! Die können neben sinnvoll steuernden Regeln durch die Politik auch in einem intensiven Wissenstransfer dazu bestehen, wie man ökologisch wirtschaften und gleichzeitig ökonomisch erfolgreich sein kann. Das ist komplexer als Gift und Gülle zu verteilen, lohnt sich aber in jeder Hinsicht, und entsprechende Beispiele gibt es bereits.

    Ein sinnvoller Ansatz wäre es auch, Landwirte zur CO2-Bindung zu animieren. Das darf gerne subventioniert werden. Subventionen fließen für Unfug und Fehlverhalten in Massen. Dann doch lieber für ein Konzept, sehr schnell wachsende Pflanzen CO2 aus der Luft holen zu lassen, im Idealfall sogar gleichzeitig tief zu wurzeln und Stickstoff in die Böden zu bringen. Tiefe Wurzeln halten CO2 im Boden. Der oberirdische Teil der Pflanzen wird entweder gepresst und gelagert, oder sogar zu Produkten (Dämm-Material, Hanfkleidung uvm.) veredelt. Auch so bleibt CO2 dauerhaft der Luft fern, wo es derzeit viel zu viel davon gibt. Tendenz steigend, und die irren Waldbrandausmaße tun noch ein Schüppchen drauf.

    Nebenbei: Greenpeace hat heute erfreulicherweise gegen bestialisch produziertes Fleisch protestiert. Ich bin sehr dafür, dass die Haltungsstufen 1 und 2 komplett verboten werden. Tiere und Menschen für den Konsum zu schinden ist das Allerletzte und entbehrt jeder Ethik! Vielleicht kann das in die Petitionen-Sammlung einfließen?

    So, jetzt freue ich mich auf mein Abendessen. Selbst gekocht, rein pflanzlich und superlecker! 🙂

    LG Armin

  2. Also mein Kommentar bezieht sich nicht direkt auf diesen Beitrag, ich weiß bloß nicht wohin damit. Also passt er hier genauso gut hin, wie anderswo.

    Etwas was man relativ leicht reduzieren könnte und damit CO2 Ausstoß reduzieren bzw. die allgemeine Umweltbilanz verbessern könnte, wären andere Waschmittel als Vollwaschmittel zu verwenden bzw. ein anderes Waschverhalten an den Tag zu legen.
    Überlegt mal wie viel Chemie hier ins Abwasser gelangt und damit Kläranlagen belastet!
    Überlegt mal wie unsinnig es ist, zwischen 3 und 8 L Wasser auf 40, 60 oder noch mehr Grad zu erwärmen und nach wenigen Minuten dann ins Abwasser zu pumpen!
    Dabei wär das gar nicht nötig, weil heutige Vollwaschmittel der Branchenführer mit voller Dosis Chemie wie mit Kanonen auf Spatzen schießen. Hier würde weniger Chemie bzw. kälter waschen genauso gut funktionieren.
    – Viel zu viel Calcium-/Magnesiumfänger. Auch in Gebieten wo es weiches Wasser gibt und diese Chemie gar nicht gebraucht wird, gibt’s die volle Ladung!
    – Viel zu viel Tensidladung. Die Tenside von heute sind zwar überwiegend gut abbaubar, aber die Menge ist immer so im Waschmittel bemessen als ob man total verschmutze Wäsche waschen müsste. Dabei waschen die meisten Konsumenten gar nicht, sondern frischen bloß den Geruch der Wäsche auf, weil sie gar keine Flecken entfernen müssen.
    – Von vielen relativ schwer abbaubaren Polymeren will ich erst gar nicht reden…

    Ich rede hier von tausenden Tonnen unnötiger Chemie und ziemlich viel Energieverschwendung. Vielleicht mag sich ja jemand von FfF dem Thema auch mal annehmen.

    Grüße,
    Johannes

  3. Hallo tapfere Helden!

    Diese nicht wirklich etwas bewirken wollenden Politiker, die die Augen vor dem Klimawandel verschließen, halte ich nicht mehr aus! Mit Alibi-Klimaschutzmaßnahmen lässt sich das Ruder nicht mehr herumreißen. Bloß nichts ändern, scheint die Devise unserer Regierenden.
    Nur noch in Gedanken, bin ich bei den Demos bei Euch, wie viele andere auch. Ich hoffe Ihr haltet diesen Irrsinn aus und demonstriert weiter!!!

    Ein dickes böses “ Buhhhh“ an die feigen Politiker!

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