Here we go again – globaler Klimastreik am 19.3.!

Es ist fünf Jahre her, dass das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet wurde. Es ist drei Jahre her, dass der alarmierende Bericht des IPCC an die Öffentlichkeit gelangte. Es ist zwei Jahre her, dass Jugendliche auf der ganzen Welt auf die Straße gingen, um für ihre Zukunft zu streiken.  Wir wünschten, wir könnten sagen, dass sich die Dinge seither verbessert haben, dass die Welt gerettet und alles in Ordnung sei –  aber das wäre eine Lüge. Die Krise nimmt katastrophale Ausmaße an und bringt uns immer näher zum Point of no Return. Die Untätigkeit der Regierungen und Machthabenden schürt die Flammen der verheerenden Untätigkeit von Minute zu Minute. 

Die Regierenden liefern weiterhin nur vage und leere Versprechungen – doch was wir brauchen, sind keine bedeutungslosen Zielevorhaben oder scheinheilige Netto-Null-Versprechen voller Schlupflöcher, sondern konkrete und sofortige Maßnahmen im Einklang mit der Wissenschaft. Unser CO2-Budget geht zur Neige und damit auch all unsere Aussichten auf die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziel. Die Klimakrise ist bereits Realität und wird immer gravierender. Wenn wir also die fatalen Szenarien vermeiden wollen, müssen wir endlich kurzfristige, konkrete und konsequente Klimaziele beschließen.

Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in Zukunft die Ziele für 2030, 2040 oder 2050 bei weitem verfehlen – das Kohlenstoffbudget wird bis dahin bereits vollständig aufgebraucht sein. Was wir jetzt brauchen, sind keine leeren Versprechungen oder weit entfernte und hypothetische Ziele, sondern jährliche verbindliche Kohlenstoffziele und sofortige Emissionssenkungen in allen Bereichen unserer Wirtschaft. 

Die Klimakrise ist die größte Bedrohung, der die Menschheit je gegenüberstand. Sie kann weder aus einer einzigen Perspektive betrachtet noch gelöst werden, sie erfordert gesamtgesellschaftliche Lösungsansätze und konsequente Klimapolitik. Unsere Gegenwart und Zukunft kann nicht Vereinbarungen voller scheinheiliger Untätigkeit überlassen werden. Wir lassen uns nicht von den Taten der Verantwortlichen täuschen. Unsere globale Gemeinschaft darf nicht zurückgelassen werden, sie muss Teil des Wandels zum Besseren sein. 

Deshalb streiken wir am 19. März erneut und vereinen unsere Kräfte – wir fordern die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um katastrophale Auswirkungen der Klimakrise zu verhindern und unsere Zukunft zu sichern. Die Staats- und Regierungschefs der Welt müssen überholte Vereinbarungen aufgeben, schnellstmöglich aus fossilen Brennstoffen aussteigen und auf einen gerechten Übergang hinarbeiten, mit einem tatsächlich nachhaltigen System, das in die planetarischen Grenzen passt. Diejenigen, die an der Macht sind, müssen aufhören, die Öffentlichkeit mit leeren Phrasen zu täuschen, sondern anfangen wirklichen Klimaschutz zu betreiben. Die Zeit für leere Versprechungen ist vorbei, jetzt ist es an der Zeit, so zu handeln, als ob unser Leben davon abhängt. Denn das tut es!

Also streike mit uns, weltweit und coronakonform am 19. März – auch in Deiner Stadt!

9 Kommentare zu „Here we go again – globaler Klimastreik am 19.3.!

  1. Schade daß uns die Politik zwingt, sogar während der Corona-Pandemie zu streiken. Angeblich geht es ja um jedes Leben. Es sei denn, alle sterben. Dann ist’s egal.
    Liebe Politiker, Eure und unsere letzte Chance!
    (Könnte man nicht auch wegen Corona, die Spritpreise sofort auf 5 € pro Liter erhöhen? 10 Euro ist auch OK. Ganz schmerzfrei geht Klimaretten nicht.)

  2. Liebe fridaysforfuture-Aktivisten*innen,

    es reicht nicht, nur allgemeine Forderungen an die Politik zu mehr Klimaschutz aufzustellen. Ihr stellt selbst fest, dass sich da trotz eurer Streiks zu wenig bzw. fast nichts bewegt hat. Deshalb überdenkt doch einmal, ob ihr das Problem nicht auch von einer anderen Seite aus angehen solltet und überlegt euch neue zusätzliche Strategien, damit sich endlich mehr gesamtgesellschaftlich in Richtung Klimaschutz bewegt.
    Vor allem vermisse ich konkrete Aufrufe an eure Generation zum Umdenken im eigenen
    Konsumverhalten. Ihr habt über eure Präsenz in den sozialen Medien immensen Einfluss auf
    die Jugend. Warum organisiert ihr nicht z.B. konkrete Protestaktionen vor Discountern gegen die Plastikflut bei Verpackungen ? Warum ruft ihr nicht eure Generation dazu auf, weniger Kleidungsstücke pro Jahr zu kaufen oder Seifen anstatt Shampoos in Plastikflaschen zu verwenden? Mir fielen da noch sehr viele Beispiele ein…
    Die Politik allein wird das Problem nicht lösen können- entscheidend ist das Konsumverhalten aller, welches sich letztendlich dann auch irgendwann darauf auswirken wird, was uns die Industrie bzw. der Handel in den Regalen anbieten werden.
    Nutzt euren Einfluss und versucht das Problem von Grund auf anzugehen.

    1. FFF organisiert schon genug, was jedes Mal sehr viel Arbeit ist.

      Schön also, wenn auch mal andere sich aktiv darum kümmern. Protestaktionen vor Discountern sind in diesem Sinne eine gute Anregung. Nur zu, liebe Zaungäste, da geht was! Jede und jeder kann selbst die Initiative ergreifen! Das wirkt auch viel besser, als wenn alles immer nur von ein und derselben Organisation kommt.

      Bei drei verschiedenen Demos war ich mit einigen der jungen AktivistInnen einkaufen und fand bestätigt, dass die um Müll-Produkte einen großen Bogen machen. Außerdem wirkte auf mich niemand von denen empfänglich dafür, ständig neue Klamotten zu kaufen, womöglich noch gedankenlos bei den schlimmsten Anbietern.

      Nein, in dem Fall scheint mir FFF der falsche Adressat zu sein.

    2. Liebe Christine,
      Ich sehe das etwas anders als du. In ihren Kundgebungen rufen die Aktivisten nicht nur die Politik sondern auch ihre Mitmenschen dazu auf, ihr Konsumverhalten zu verändern. Die meisten Aktivist*innen haben das auch schon längst. Es ist klar, dass Personen, die sich zum ersten Mal mit diesem Thema ernsthaft auseinandersetzen noch nicht ihr gesamtes Konsumverhalten anpassen könnten. Aber den meisten ist das schon größtenteils gelungen. Man darf die Jugendlichen da nicht verallgemeinern. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum und ein Vorurteil. Und diejenigen denen das Klima noch immer am *** vorbei geht, kann man meist auch über soziale Medien oder sonst irgendwelche Netzwerke oder Aktionen zum Umdenken bewegen. Das gilt für Jugendliche als auch für Erwachsene. Das einzige was man dann noch tun kann, ist, 8gnen keinen andere Möglichkeit zu geben, also das Angebot zum Konsum zu beschränken und zu verändern. Das schafft nur die Politik. Deshalb wenden sich die Proteste auch an die Allgemeinheit. An die einzelnen Menschen,die Discounter und Unternehmen und eben die Politik.
      Liebe Grüße

  3. @Christine B. (17.1.) und alle, die meinen, jeder Einzelne mache noch den Unterschied beim anthropogenen Klimawandel.
    Grundsätzlich stimmt es wohl, dass alle und jede/r etwas zu einer besseren, nachhaltigeren und gerechteren Welt/Umwelt beitragen kann. Ich denke, wer sich aktiv und ggf. schon länger mit Umwelt-/Klima-/ Menschenrechts-Themen befasst oder sich informiert hat, der/die wird das eigene Verhalten ändern oder mindestens ständig hinterfragen und je nach Umgebung/Verhältnissen das seine/ihrige tun.
    Aber – das – reicht – NICHT !! Jedenfalls nicht mehr. Die globalisierte Wirtschafts-/Lebensweise – vor allem der Energieverbrauch bzw. die Erzeugung aus fossilen Energieträgern – hat Ausmaße angenommen, die NUR noch durch konzertiertes Vorgehen aller Länder zu beeinflussen sind. Da sich aber „alle“ eben nicht oder höchst selten einig sind (UN/EU/AU etc.), muss ein Land wie Deutschland und andere wohlhabende Industrienationen vorangehen und JETZT Maßnahmen anschieben, die den vorhersehbaren Klimakollaps mindestens noch abbremsen! Wer sagt: „Jeder Einzelne kann etwas tun.“ – hat recht. Aber man liefert den gewählten und verantwortlichen Regierungen damit ein Argument zu sagen, dass ja bitteschön jeder erstmal (!) selber etwas tun möge und Regierungen eher weitermachen wie bisher (Parteivolk umgarnen, behördliche Prozesse nicht hinterfragen, Pragmatismus? – eher nicht, Lobby-Interessen wahren, „fossile“ Arbeitsplätze erhalten (die uns auch nix mehr nützen, wenn bisheriges Arbeiten unmöglich wird) usw.
    „How dare you!“ – Wie können wir / die Regierungen nur (so gut wie) untätig bleiben in dem WISSEN (!), dass künftige Generationen in absehbarer Zeit Klima-, Umwelt-, Migrations-, Verteilungskampf- und viele andere Probleme erwarten, die aus heutiger Sicht dann unlösbar scheinen? Das Einzelne (oder: leider zu viele…) sich die Dimension eines Klima-Kollaps (z.B. Kipp-Punkte) nicht vorstellen können, kann ich mir wiederum vorstellen. Das verhält sich wohl ähnlich analog zu der Dimension bei Atomkraft-Risiken. Die Regierungen aber, mit ihren vielen studierten Beratern, wissenschaftlichen Beiräten, hochintelligenten Stäben: Warum ist da die Erkenntnis für diese Menschheits-Bedrohung nur ungenügend (!) vorhanden? Wir – und der Staat sind wir – müssen jetzt groß denken und Lösungen aufzeigen bzw. Maßnahmen ergreifen. Da die Regierungen das ganz offensichtlich nicht einsehen und nur unzureichend tun, bin ich auf jeden Fall an der Seite von FFF und den Forderungen! Ich habe mich gestern bei PFF angemeldet und hoffe, ich kann aktiv mithelfen, dass meine/unsere Kinder genau so froh in die Zukunft schauen können, wie wir/ich das bis etwa zum Jahrtausend-Wechsel tun konnte.

  4. Immer wieder lese ich „die Politik“ macht nichts, bremst oder bla bla (Greta). Die Politik möchte gewählt werden, richtet sich also nach Volkes-Meinung. Dazu zählt auch der Einfluss von Industrie und Wirtschaft, die letztendlich das machen, was der Endverbraucher verlangt. Fazit ist also in der Bevölkerung gibt es zu wenig Rückhalt. Helfen da Streiks, „laut sein“, fordern oder wenig zielführende Äusserungen eurer Vorbilder wie z.B. bla bla? Ihr seid nicht wenige. Also warum nicht versuchen, den eigenen Eltern den Wiederstand gegen Stromtrassen, Windräder oder den SUV in der Garage auszureden? Besser noch, statt Innenstädte lahm zu legen, Windkraft- oder Stromtrassengegner für die Allgemeinheit mit in’s Boot zu holen. Ihr seid nah dran! Näher als ein Politiker. Und wenn man mit den bestehenden Parteien nicht zufrieden ist, warum hat noch niemand eine, auf eure Ziele zugeschnittene Partei gegründet? Oder alternativ kleiner gedacht: stellt euch die vielen tausend Personen-Stunden bei Wiederaufforstung, Landschaftspflege oder Forschung vor. Das gäbe Respekt…..und Rückhalt für Ziele.

  5. Gibt es denn auch wieder Werbematerial wie Plakate, Sticker usw, um für den 19.03.21 Werbung zu machen?

    Danke schonmal für eure Antwort und schön dasa es euch gibt. Immer weiter so.

  6. Hallo! Ich bin auch schon einige Zeit bei FFF aktiv weil ich gestehen muss das das ganze Thema sehr komplex ist und definitv mehr dazu gehört als auf der Strasse für mehr Klimaschutz zu streiken. Ich zweifle nicht eine Sekunde daran das wir Menschen durch unsere Aktivität die Klimakrise befeuern tun und wir müssen eben sehen das die nächsten Generationen einen lebenswerten Planeten bekommt und keinen verseuchten. Das wird die Hauptaufgabe der nächsten Jahre sein und das erfordert eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung und Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit sonst werden wir die Erderwärmung nicht stoppen können mit all den negativen Folgen die mit dabei sind. Jeder einzelne ist dabei gefordert seinen Beitrag dazu zu leisten. Macht einfach so weiter liebe Fridays weil jeder weiß das ihr recht habt. Ciao

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